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Stimm-Helfer mit Geduld

VonKatlen TrautmannStottern, Lispeln oder Heiserkeit: Logopäden helfen Menschen bei Stimmproblemen aller Art.Osnabrück.Aus Alexander Fillbrandts ...

VonKatlen Trautmann

Stottern, Lispeln oder Heiserkeit: Logopäden helfen Menschen bei Stimmproblemen aller Art.

Osnabrück.Aus Alexander Fillbrandts Behandlungszimmer dringen manchmal seltsame Geräusche: „Blobb, blobb, blobb“ oder „mljom, mljom“ tönt es dann – minutenlang. Manchmal sind Schreie zu hören, dann wieder nur Gemurmel. Fillbrandt ist Logopäde und behandelt Sprachstörungen aller Art: Stotternde Kinder gehören genauso zu seinen Patienten wie heisere Lehrer.
Zu Logopäden kommen Patienten in jedem Alter. Senioren, die nach einem Unfall oder einer Operation nicht mehr sprechen können. Berufstätige wie Dozenten oder Sänger, die an permanenter Heiserkeit leiden. Kinder, die Sprachstörungen entwickeln und stottern oder lispeln. Wer sich für den Job interessiert, braucht Geduld und Fingerspitzengefühl. Sprachstörungen zu behandeln, ist ein langer Prozess, erklärt Christiane Hoffschildt, Präsidentin des Deutschen Bundesverbands für Logopädie (DBL).
Für die dreijährige schulische Ausbildung müssen Bewerber die mittlere Reife oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung vorweisen. Bundesweit gibt es rund 80 Schulen in staatlicher oder privater Trägerschaft. Der Trend gehtVera Wanetschka vom Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie (BDSL) zufolge in Richtung Studium. 14 Hochschulen bieten bereits ein verkürztes Bachelorstudium im Anschluss an die Grundausbildung an.
Doch egal, ob Ausbildung oder Studium: Medizinische Fächer wie Anatomie oder Neurologie stehen für alle angehenden Logopäden auf dem Stundenplan. Daneben sind praktische Übungen bei beiden Ausbildungswegen wichtig. Angehende Logopäden simulieren etwa Therapien. Lehrkräfte schauen hinter einem Spiegel zu – und werten die Stunden aus. Zur Ausbildung gehören immer wieder lange, praktische Phasen in Unternehmen. Die Absolventen haben gute Berufsaussichten, sagt Wanetschka. „Viele Azubis haben bereits vor Ende der Ausbildung eine Stelle oder einen Studienplatz in der Tasche.“