Ungewöhnliches Theaterstück:

Als Urlaubspostkarten noch Sehnsüchte weckten

Es gibt eine Zeit vor den sozialen Netzwerken, ja, sogar eine Zeit vor der E-Mail. Damals nahm man noch einen Stift zur Hand, um Grüße zu schicken.

Die Motive der Urlaubspostkarten aus dem Süden waren nichts Besonderes. Die Rückseiten dagegen erzählen auch heute noch Geschichten.
ubs Die Motive der Urlaubspostkarten aus dem Süden waren nichts Besonderes. Die Rückseiten dagegen erzählen auch heute noch Geschichten.

Postkarten aus DDR-Zeiten bieten offenbar genug Stoff für ein Theaterstück. Rund 3000 dieser bunten Erinnerungen hat Georg Keim, Texter und Kabarettist sowie bekennender Bulgarienfan gesammelt. Sie stammen aus einer Zeit, als es die Ostdeutschen in den Süden zog. Allerdings hießen die Sehnsuchtsorte nicht Palma oder Rimini, sondern Varna und Siofok.

„Die Motive an sich sind nichts Besonderes“, sagt Keim. „Viel spannender sind die Mitteilungen auf der Rückseite“, die Touristen ab Ende der 1950er bis zur Wende 1989 schrieben. Es sind kurze, unterhaltsame Urlaubsgrüße: Bärbel fühlt sich als Touristin nach Strich und Faden ausgenommen, Gabi und Volker finden „das Essen seltsam, aber genießbar“, Peter vergnügt sich nach Bergwanderungen mit Bikinidamen.

Skurril und unterhaltsam

Gemeinsam mit der Schauspielerin Gisa Bergmann bringt Keim die schönsten und skurrilsten dieser Texte live auf die Bühne. Die Uckermärkischen Bühnen laden am Sonnabend, dem 4. Oktober, zur gemeinsamen amüsanten Erinnerung unter dem Motto „Hoffentlich hält sich die Bräune – Postkartengrüße von DDR-Touristen aus Osteuropa“ in die Theaterklause ein.

Eintrittskarten für die Lesung, die um 19.30 Uhr beginnt, sind an der Theaterkasse erhältlich, Dienstag bis Freitag 12 bis 20 Uhr, Telefon: 03332 538111.

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