125 Jahre Bahnstrecke Templin-Löwenberg:

Alte Dampflok bringt Waggons voller Besucher zum Jubiläumsfest

Moderne Loks sind schön und gut, aber echte Hingucker sind immer noch die alten Kolosse. Hunderte Eisenbahnfreaks lassen sich den Sonderzug zum 125-jährigen Jubiläum der Strecke Templin-Löwenberg nicht entgehen. Mit Wehmut registrieren sie, dass der Knotenpunkt immer bedeutungsloser wird.

Ein höchst seltener Anblick am Templiner Bahnhof: Zum Jubiläum zog eine Dampflok der Baureihe 52 Waggons voller Besucher zum Fest.
Uwe Werner Ein höchst seltener Anblick am Templiner Bahnhof: Zum Jubiläum zog eine Dampflok der Baureihe 52 Waggons voller Besucher zum Fest.

„Da, er kommt! Er kommt!“, ruft aufgeregt, von einem Bein aufs andere hüpfend, ein Junge an der Hand seines Vaters. Wie etwa fast 300 andere Schaulustige beobachtet er auf dem Bahnsteig des Templiner Bahnhofs, wie sich mit einer riesigen Dampfwolke und lautem Tuten ein von einer Dampflok gezogener Sonderzug aus Berlin nähert, bis er schließlich mit quietschenden Bremsen vor den beiden zum Stehen kommt.Der Grund für den Massenauflauf, nicht nur von ausgewiesenen Eisenbahnfreaks, sondern auch vielen Neugierigen und Familien mit ihren Kindern aus ganz Deutschland: Entlang der Bahnstrecke Templin-Zehdenick-Löwenberg wurde am Wochenende deren 125-jähriges Bestehen gefeiert. So manche Kindheitserinnerungen wurden bei vielen wohl wach, als der Traditionszug der Dampflokfreunde Berlin am Sonnabend den ganzen Tag lang mit seinen von einer Dampflokomotive der Baureihe 52 gezogenen „Donnerbüchsen“ (historische Eisenbahnwaggons) zu Mitfahrten einlud.

Das freudige Ereignis des Streckenjubiläums konnte allerdings nicht verhindern, dass auch viel über die Gegenwart und Zukunft des Eisenbahnverkehrs in der Region diskutiert wurde. Denn der einstige Eisenbahnknotenpunkt Templin ist in den letzten Jahren Stück für Stück nahezu bedeutungslos geworden. Daran erinnerten auch – eher unfreiwillig – die Dampflokfreunde Berlin, die mit ihrem Sonderzug bei ihrer An- und Abreise auch über den seit 2006 weitgehend verwaisten Streckenabschnitt Joachimsthal – Templin fahren durften. Für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf diesem Abschnitt sammelten der Templiner Egon Ulrich und andere Mitstreiter beim Bahnhofsfest in Templin Unterschriften. „1000 wollen wir mindestens zusammenbekommen. Die Listen wird die uckermärkische Bundestagsabgeordnete der Linken, Sabine Stüber, schon bald an Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) übergeben“, sagte Ulrich dem Uckermark Kurier an seinem Infostand.

 

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