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Altes Ferienheim steht vor dem endgültigen Aus

Seit zehn Monaten wird in Templin über die Zukunft des Bettenhauses des ehemaligen Ferienheims "Salvador Allende" gestritten. Jetzt hat das Stadtparlament das zumindest vorerst letzte Wort gesprochen.

Abreißen oder nicht - darum wird in Templin seit Monaten gestritten.
             
Birgit Bruck Abreißen oder nicht - darum wird in Templin seit Monaten gestritten.  

Kaum etwas hatte in Templin in diesem Jahr derartig die Gemüter erhitzt, wie die Zukunft eines seit mehr als 20 Jahren leerstehenden Gebäudes. Ein Blick zurück: Im Dezember 2012 hatten die Stadtverordneten den Abriss des ehemaligen Bettenhauses beschlossen. Dagegen regte sich öffentlicher Widerstand, mehr als 4000 Menschen unterzeichneten daraufhin ein Bürgerbegehren. In einem folgenden Bürgerentscheid, zu dem die Templiner im Juni an die Wahlurnen gerufen wurden, stimmten schließlich 2177 Wahlberechtigte gegen den beabsichtigen Abriss. Damit wurden allerdings die erforderlichen 25 Prozent nicht erreicht, der Bürgerentscheid scheiterte also. Damit stand eigentlich fest, dass es beim Dezember-Beschluss der Stadtverordneten bleibt.

Da die Brandenburger Kommunalverfassung vorsieht, dass im Falle eines erfolglosen Bürgerentscheids "die Gemeindevertreter über die Angelegenheit entscheiden", also das letzte Wort haben, hatten die Stadtverordneten am Mittwoch noch einmal über ihren alten Beschluss zu befinden. Sie votierten mit einem ähnlichen Ergebnis wie vor zehn Monaten für den Abriss. Eigentlich war diese Bestätigung ein formaler Akt. Die Diskussion, die diesem Beschluss vorausging, lässt jedoch vermuten, dass  bei diesem Thema noch immer nicht das letzte Wort gesprochen ist. Während Fachbereichsleiterin Ursula Heise ankündigte, dass im Haushalt 2014 insgesamt 160 000 Euro für den Abriss eingestellt werden, forderte Gernot Schwill (Bündnis 90/Die Grünen) Expertisen, die Möglichkeiten für eine Weiternutzung untersuchen. Gut möglich also, dass die Diskussion um die Zukunft des Bettenhauses in eine neue Runde geht.