Zahl Bedürftiger steigt:

Anoraks gehen weg wie warme Semmeln

Nicht jeder kann zur Geldbörse greifen, um sich für den Winter neu einzukleiden. Doch wer hilft diesen Menschen in Templin?

Ines Runge (links) und Susanne Fürstenau sortieren im Templiner Kaufhaus für Bedürftige Wintersachen ein.
Michaela Kumkar Ines Runge (links) und Susanne Fürstenau sortieren im Templiner Kaufhaus für Bedürftige Wintersachen ein.

„Der Winter kann kommen“, sagt Susanne Fürstenau vom Förderverein Hilfe gegen soziale Not e.V. Templin. Im Kaufhaus für Bedürftige, das der Verein seit acht Jahren ehrenamtlich betreibt, sind warme Sachen für Frauen, Männer und Kinder in Regale eingeräumt. Nachschub ist natürlich immer willkommen, besonders bei Herrensachen. „In diesem Jahr haben die Leute schon im September nach Winterbekleidung gefragt.“ Wer zu Susanne Fürstenau und ihren Mitstreitern kommt, um sich dort mit Bekleidung einzudecken, der muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Hosen, Jacken oder Schuhe erhält er dafür umsonst. Im vergangenen Monat habe man auf diese Weise 214 Menschen helfen können.

In der Kleiderstube des DRK-Kreisverband Uckermark West/Oberbarnim e.V. muss niemand eine Bescheinigung vorlegen, um nachzuweisen, dass er bedürftig sei. Das DRK erhebt kleine Entgelte für die Bekleidung. Das Geld wird benötigt, um die Kleiderstube betreiben zu können. „Der Bedarf für dieses Angebot steigt mit jedem Jahr“, so Kathrin Schulz vom DRK-Kreisverband. So kamen im vergangenen Jahr 1665 Menschen in die Templiner Puschkinstraße. 11 646 Kleidungsstücke wurden abgegeben. „In diesem Jahr waren es schon bis zum Oktober 1450 Leute, die Zahl der Bekleidungsstücke lag bei 10 331.“ Mit Blick auf den kommenden Winter fehlt es noch an Anoraks, Schuhen, Kinderbekleidung und Babyausstattungen. „Wir veranstalten deshalb am 27. November unsere nächste Straßensammlung“, so Kathrin Schulz.