Krach:

Anwohner sind sauer: Von wegen stille Nacht!

Die einen wünschen sich Ruhe und Besinnlichkeit zum schönsten Fest des Jahres, die anderen wollen raus und Freunde treffen. Das birgt Konfliktstoff.

... hätten sich Anwohner in der Templiner Martin-Luther-Straße gewünscht.
Archiv ... hätten sich Anwohner in der Templiner Martin-Luther-Straße gewünscht.

„An das Weihnachtsfest 2013 werden wir uns bestimmt noch lange erinnern“, sagt Uwe Seegert, der in der Martin-Luther-Straße in Templin wohnt. Allerdings nicht, weil es so besinnlich war. „Wir mussten eine Party aushalten, die in der Gaststätte in unserer Straße vom 20. bis 27. Dezember bis jeweils vier Uhr morgens stattfand.“ Nicht nur für ihn sei unbegreiflich, wie solch eine Veranstaltung ausgerechnet in der Weihnachtswoche genehmigt werden könne. Gestört fühlten sich Anwohner nicht nur wegen des Lärms. Uwe Seegert behauptet, dass die Party ohne Ordnungskräfte ablief. „Für so eine große Anzahl von Besuchern ist die kleine Gaststätte gar nicht ausgelegt. Offenbar auch nicht die Sanitäranlagen.“ Die ‚Ergebnisse‘ seien an allen möglichen Ecken, offenen Hofeinfahrten und auch Höfen nicht zu übersehen gewesen.

Der ehemalige Templiner Stefan Schindler gehört zu den Organisatoren dieser „Christmas Bar“. Vor fünf Jahren hatten sie spontan die Idee zu diesem Treffen über die Weihnachtsfeiertage für einheimische und heimkehrende Kurstädter. „Das Interesse daran ist groß, immer mehr Teilnehmer melden sich an“, sagt er. Dass sich Anwohner diesmal gestört fühlten, bedauert er. „Wir haben aber an die Nachbarn Zettel verteilt mit dem Hinweis auf die Veranstaltung und mit einer Telefonnummer, falls es Pro-bleme geben sollte. Angerufen hat jedoch niemand“, so der 27-Jährige. Alles, was sich vor der Gaststätte abspielte, habe mit den Gästen der „Christmas Bar“ nichts zu tun gehabt. „Trotzdem fegten wir morgens beide Bürgersteige und auch den angrenzenden Parkplatz“, so Stefan Schindler. „Vielleicht schaffen wir es ja im nächsten Jahr, Räumlichkeiten zu finden, die weniger zentral liegen“, meint der junge Mann. Er und seine Mitstreiter hoffen dabei auf die Unterstützung von Templiner Gewerbetreibenden.

Ute Stahlberg, Fachgebietsleiterin im Rathaus, sieht nicht, dass die Organisatoren gegen Auflagen verstoßen haben. „Es gab Ordner in der Gaststätte, auch die genehmigte Zeit wurde eingehalten.“ Schade findet sie hingegen, dass andere „Zaungäste“ solche Veranstaltungen durch ihr Benehmen in Misskredit bringen. „Sollte das nächste Treffen wieder im Wohngebiet stattfinden, werden wir überlegen, die Veranstaltungsdauer zu verkürzen“, räumt sie ein.

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