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"Batman" hilft Mauerseglern in luftiger Höhe

Henning Letmade ist ein Mann für die hohen Dinge. Dafür geht er Wände hoch, ganz ohne Leiter und Gerüst. Davon profitierte jetzt auch die alte Lychener Mühle. Für die hat der 33-Jährige einen ganz besonderen Plan.   

Henning Letmade hat sich dem Lychener Mühlenverein angeschlossen und für die alte Getreidemühle einen ganz besonderen Plan.                                                     
Birgit Bruck Henning Letmade hat sich dem Lychener Mühlenverein angeschlossen und für die alte Getreidemühle einen ganz besonderen Plan.                                                     

Aus zwei kleinen Fensteröffnungen unter dem Dach der alten Lychener Getreidemühle fallen zwei Seile. Ihre Enden baumeln Sekunden später knapp über dem Erdboden, gut zwölf Meter tiefer. Henning Letmade hat sich seinen „Arbeitsweg“ bereitet. Um an Fassaden, Dachrinnen, Fenstern oder auf hohen Bäumen zu arbeiten, benötigt der Industriekletterer keine Leitern und keine Gerüste. Wohl aber seine Seile und jede Menge Karabinerhaken. Die befestigt er routiniert und – ausgestattet mit Schutzausrüstungen und Werkzeug – erklimmt der junge Mann scheinbar mühelos die Backsteinfassade. Oder besser: Er zieht sich an den Seilen in die Höhe. Ein bisschen ist es wie Schweben, ein bisschen wie „Batman“.

Für Henning Letmade hat diese Aktion jedoch so gar nichts mit filmreifer Action zu tun. Er wird an einem Teil der Mühlenfassade losen Putz abklopfen und eine Nisthilfe für Mauersegler anschrauben. Den Kasten mit den schmalen Einfluglöchern hat Achim Lischka gebaut. „Hier an der Mühle gab es immer Mauersegler, und wir sollten ihnen die Chance geben, hier wieder zu brüten“, sagt der Oberforstmeister im Ruhestand. Henning Letmade bekommt den Kasten durch ein Loch im Mauerwerk zugereicht, das später von freiwilligen Helfern vom Mühlenverein verschlossen wird. Auch um die Fugen des Reparaturstücks wird sich der Kletterer noch kümmern.

Neben dieser Arbeit in der Höhe kümmert sich der 33-Jährige derzeit um ein ganz besonderes Vorhaben. „Ich habe vor, an einer Mühlenwand im Inneren, dort, wo früher die Trichter über alle Stockwerke reichten, eine Kletterwand zu errichten“, kündigt er an. Als neues touristisches Angebot, ein wetterunabhängiges noch dazu. Henning Letmade hofft, dieses Vorhaben spätestens im kommenden Jahr umsetzen zu können.