Oldtimer:

Bei den Chromhelden ist der Weg das Ziel

Das sind ja vielleicht Aufgaben für die 27 Fahrer und Co-Piloten der Young- und Oldtimer: Ein rohes Hühnerei muss heil von einem Biobauernhof in Barnim nach Templin transportiert werden und dort beim Zielwurf zerschellen.

Professionelle Hilfe von allen Seiten: Der Ölschaden an diesem Oldtimer war schnell behoben. Fotos (3): Uwe Werner
Uwe Werner Professionelle Hilfe von allen Seiten: Der Ölschaden an diesem Oldtimer war schnell behoben. Fotos (3): Uwe Werner

Kleine Jungen spielen am liebsten mit Autos. Und „große“ Jungen? – Mit Autos natürlich! Allerdings auf höherer Stufe, so zu sagen! Den Beweis dafür konnten die Templiner und Besucher am Sonnabend anschaulich miterleben. Da machten nämlich die „Chromhelden“ mit 27 Old- und Youngtimern zum Abschluss ihrer 2. Chromtour auf dem historischen Marktplatz Station.

„Wir Chromhelden sind ein lockerer Zusammenschluss von Liebhabern alter Autos aus ganz Deutschland. Einmal im Jahr unternehmen wir an einem Wochenende eine gemütliche Ausfahrt nach einem professionellen Roadbook über landschaftlich sehr schöne Strecken. Dabei ist der Weg das Ziel, denn es ist keine Rallye und Zeiten werden nicht gemessen“, berichtete Organisator Mitja Bartsch aus Berlin. Viele der Teilnehmer haben übrigens nicht nur in ihrer Freizeit einen Narren an älteren Fahrzeugen gefressen, sondern auch beruflich mit Autos zu tun – als Autospezialist, Projektmanager, Autohausbesitzer.

Diesmal führte die 170 Kilometer lange Strecke die „Chromhelden“ vom Jagdschloss Hubertusstock über Britz, Golzow und Joachims-thal nach Templin. Dabei galt es für Fahrer und Co-Piloten etliche Aufgaben zu erfüllen, um Punkte für die Tageswertung zu sammeln. So musste ein auf einem Biobauernhof im Barnim gekauftes rohes Hühnerei heil in Templin ankommen, um dort beim Zielwurf doch noch zu zerschellen. Auf der Kartbahn „Templiner Ring“ galt es zwei zügige Runden zu fahren. Allerdings hatte der Beifahrer dabei ein randvoll gefülltes Gefäß mit Wasser in der Hand und durfte möglichst wenig verkleckern. Damit sich ein Fahrzeug „Oldtimer“ nennen darf, muss es übrigens mindestens 30 Jahre alt sein. Und „Youngtimer“ müssen bereits mindestens 20 Jahre auf der Karosserie haben. „Das älteste Fahrzeug, das hier heute dabei ist, ist ein Fiat 50 L, Baujahr 1970“, so Mitja Bartsch. „Ein BMW E 36, Baujahr 1990/91 dürfte wohl das jüngste Fahrzeug sein, das hier auf dem Templiner Marktplatz steht“, fügte er hinzu. Der aktuelle Wert der Young- und Oldtimer interessierte viele Zaungäste. Der Zeitwert der schmucken Fahrzeuge bewegt sich nach Aussage der „Chromhelden“ in einer recht breiten Spanne: „Für diesen Opel Rekord (Baujahr 1975) müsste man um die 5000 Euro bezahlen. Der Honda NSX (Baujahr 1991) daneben dürfte so um die 100 000 Euro wert sein, und der BMW 3.0 CS dort bringt bestimmt 35 000 Euro, aber den wird sein Besitzer wohl kaum verkaufen“, meinte Mitja Bartsch abschließend.

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