Der Winter und seine Folgen für Autofahrer:

Bei klirrender Kälte kapituliert der Diesel

Der plötzliche Kälteeinbruch hat die Uckermark in einen Eisschrank verwandelt. Die zweistelligen Minusgrade sorgen allerdings bei vielen Autofahrern für eine unangenehme Überraschung.

Die grimmige Kälte hatte zu Wochenbeginn so manchen Autofahrer überrascht. Ohne Starthilfe konnten sie ihre Fahrzeuge nicht in Gang bringen.
Horst Skoupy Die grimmige Kälte hatte zu Wochenbeginn so manchen Autofahrer überrascht. Ohne Starthilfe konnten sie ihre Fahrzeuge nicht in Gang bringen.

Der Kälteeinbruch hat für viele Uckermärker unangenehmere Folgen. Zahlreiche Autos setzen derzeit durch die zweistelligen Minusgrade aus. Abschleppdienste in der Uckermark haben jede Menge zu tun. Beide Schlepper seines Prenzlauer Bergungsunternehmens seien seit heute Morgen den ganzen Tag unterwegs und es kommen noch weitere Aufträge hinzu, berichtet Steffen Günther. Dabei handelt es sich meistens um Diesel-Fahrzeuge, die aufgrund der Kälte liegen geblieben sind.

Bei zu großer Kälte können sich Paraffinflöckchen im Diesel bilden, erläutert Michael Wagner, Inhaber einer Templiner Autowerkstatt. Diese verstopfen den Kraftstofffilter. Die Folge: Der Motor springt nicht an. Die Ausfallquote sei derzeit ziemlich hoch. Es kommen aber auch Fahrzeuge zur Reparatur, bei denen durch die Kälte die Batterie ausgefallen ist oder der Wischwasserbehälter geplatzt ist, sagt Wagner.

In Prenzlau reparieren die Autohändler- und -werkstätten sehr viele Fahrzeuge mit aufgeflocktem Diesel. „So extrem hatten wir es noch nicht“, schildert Matthias Templin vom Autohaus Burmeister. Auch beim Autohaus König herrscht Hochbetrieb wegen Problemen mit Dieselmotoren. Haben die Tankstellen zu spät auf Winterdiesel umgestellt? Das kann nicht sein, stellt Steffen Bott, Inhaber einer Prenzlauer Tankstelle klar. Die Raffinerien liefern schon seit Oktober Winterdiesel. Das bestätigt auch Vica Fajnor, Sprecherin der Schwedter PCK Raffinierie GmbH. Der Diesel an den Tankstellen habe Winterqualität und sei für Temperaturen bis zu minus 20 Grad ausgelegt.

Ab dem 15. November müssen die Tankstellen umgestellt haben, teilt Daniel Tolksdorf vom ADAC Berlin-Brandenburg mit. Bis dahin bieten sie gemäß DIN Norm EN 590 ein Übergangsgemisch an, das für Temperaturen bis zu minus zehn Grad Celsius geeignet ist. Diesel-Probleme können bei Fahrzeugen auftauchen, die lange gestanden haben und in denen noch ein Rest Sommerdiesel war, sagt Tolksdorf.

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