Lesung :

Bücherverbrennung im Dritten Reich darf nicht vergessen werden

Während des Nazi-Regimes werden unzählige Bücher verbrannt. Auch heute, fast 80 jahre danach, erinnern sich noh Viele daran, was verfemten Schriftstellern widerfahren ist. Sie veranstalten eine Lesung, gegen das Vergessen.

1933 wurde die Templinerin Annemarie Giegler geboren. Es war das Jahr, in dem die Nationalsozialisten in mehreren großen deutschen Städten öffentlich Bücher verbrannten, weil deren Schriftsteller verfemt waren. 80 Jahre ist das jetzt her. Kein Grund für Annemarie Giegler, dass darüber nicht mehr gesprochen wird. Nicht nur, weil sie literaturinteressiert ist und Geschichten und Gedichte in plattdeutscher Sprache schreibt, gehörte sie deshalb zu den Zuhörern einer Lesung gegen das Vergessen der Bücherverbrennung. im "Historischen Rathaus". Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sabine Stüber, Templins Bürgermeister Detlef Tabbert und die beiden Kurstädterinnen Lotte Holtz und Heidi Moldenhauer trugen dazu Passagen aus Werken von Erich Maria Remarque ("Der schwarze Obelisk"), Erich Kästner ("Fabian, die Geschichte eines Moralisten") und der weniger bekannten Maria Leitner ("Hotel Amerika"). Die Idee dazu hatte Sabine Stüber. Im Templiner Seniorenklub wurde diese Anregung gern aufgegriffen.

"Vielen von uns Älteren ist die Zeit des Nationalsozialismus eben noch im Gedächtnis", erklärte Annemarie Giegler. "Das sind keine schönen Erinnerungen, trotzdem müssen sie bewahrt werden." Deshalb fand sie es auch schade, dass zu dieser Lesung keine jüngeren Leute gekommen waren, denen dieses Thema fremd ist. Den Gandenitzer Eckhardt Moos ermutigte diese Veranstaltung, wieder in alte Bücher zu gucken, die bei ihm zu Hause im Regal stehen. Ähnlich ging wohl es den Mitgliedern des Literaturzirkels im Seniorenklub. Sie treffen sich dort regelmäßig und beschäftigen sich mit den Werken verschiedener Schriftsteller. "Beim  nächsten Mal steht Erich Kästner auf dem Programm", verriet Zirkelschefin Gerda Pohl. Nicht nur wegen seines wunderbarten Wortwitzes, sondern auch, weil vieles von dem, was er aufgeschrieben hat, nichts an Aktualität eingebüßt hat.

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