Schulstreit:

CDU-Abgeordneter Wichmann erhält Hausverbot

Die Lernmethode lautgetreues Schreiben führt in der Uckermark zu starken Kontroversen.

Über die Methode des Schreibenlernens scheiden sich in Lychen die Geister.             
Gero Breloer Über die Methode des Schreibenlernens scheiden sich in Lychen die Geister.  

Der Templiner Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann hat Ärger mit der Schule seiner Kinder. Grund sind kritische Anfragen, die der CDU-Politiker im Sommer zur Unterrichtsmethode des lautgetreuen Schreibens stellte: Denn Kinder, die nach der neuen Methode unterrichtet werden, zeigen oft deutliche Rechtschreibschwächen. „Liba Fata“ begann Wichmanns eigene Tochter einen Brief. „Die Schule in Lychen ist eine von nur acht Schulen in ganz Brandenburg, wo diese Methode in reiner Form angewandt wird“, sagt Wichmann. „Alle anderen Schulen unterrichten nach der herkömmlichen Fibelmethode.“

Doch Gesprächsversuche des Politikers blockte die Schule ab: Der Landtagsabgeordnete erhielt ein Hausverbot. „Das wurde mir sogar schriftlich nach Hause gebracht“, sagt Wichmann. Der CDU-Politiker freilich schaltete das Potsdamer Bildungsministerium ein. Nach vier Stunden war das Hausverbot wieder aufgehoben. Und bei der Elternversammlung am nächsten Tag wurde kontrovers über die Lernmethode diskutiert. Das Potsdamer Bildungsministerium bestätigte gestern auf Anfrage des Uckermark-Kuriers den Vorgang. Über das verhängte Hausverbot war man auch dort überrascht. „So etwas passiert normalerweise nur im Extremfall und wenn akute Gefahr im Verzuge ist“, sagt Ministeriumssprecher Stephan Breiding.

Wichmann indes will seine Kritik an der Unterrichtsmethode fortsetzen. Er weiß sich von Experten unterstützt: Denn auch die „Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben“ fordert das Verbot des lautgetreuen Schreibens. Der Leiter des Staatlichen Schulamts hat die Angelegenheit mittlerweile zur Chefsache gemacht. Unterstützung bekommt er dabei vom Templiner FDP-Bildungspolitiker Andreas Büttner. „Ein Vater muss die Möglichkeiten haben, die Lernmethoden einer Schule zu kritisieren“, sagt Büttner. „Außerdem verstehe ich nicht, wie es möglich ist, dass einem Landtagsabgeordneten in einem öffentlichen Gebäude ein Hausverbot erteilt wird.“

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