Dokumentation aller Grafiken:

DDR-Kunst als etwas Bleibendes

Der Kunstverein Templin sammelt Grafiken, die in DDR-Zeiten entstanden sind und sichert sie so für die Nachwelt. Eine Auswahl wird jetzt in der Galerie "Neues Rathaus" gezeigt.

Dass es eine Fortsetzungsausstellung zu DDR-Grafiken in der Galerie „Neues Rathaus“ gibt, ist dem Templiner Künstler und Galeristen Bodo Neumüller (links) zu verdanken.
Michaela Kumkar Dass es eine Fortsetzungsausstellung zu DDR-Grafiken in der Galerie „Neues Rathaus“ gibt, ist dem Templiner Künstler und Galeristen Bodo Neumüller (links) zu verdanken.

2012 hatte Bodo Neumüller, Maler, Grafiker und Mitglied des Kunstvereins Templin seit dessen Gründung, eine Idee: Er bat in der ehemaligen DDR tätige Künstler, mit einigen ihrer Arbeiten die Sammlung des Kunstvereins zu unterstützen. Bereits vor sechs Jahren beauftragte die Stadt Templin den Verein mit der Verwaltung von Grafiken aus dem Eigentum des Kulturbundes, die eher zufällig in einem Stahlschrank im Keller des Gymnasiums entdeckt worden waren. Zusammengetragen hatte diese Arbeiten Karl Krüger. Eine Auswahl dieser Grafiken, unter anderem von Cremer, Lautenschläger oder Bofinger, wurden 2008 in der Galerie „Neues Rathaus“ gezeigt, der Uckermark Kurier berichtete.

Dort ist nun sozusagen der Ausstellung zweiter Teil zu sehen. Allerdings handelt es sich diesmal um Grafiken aus DDR-Zeiten, die Künstlerkollegen dem Templiner Verein als Geschenk überlassen haben. „Das ist ein echter Beweis der Freundschaft, aber auch der Hoffnung und der Erwartung an zukünftige Generationen, mit diesem Erbe verantwortungsvoll umzugehen“, sagte der Maler Matthias Schilling zur Ausstellungseröffnung. Er dankte seinem Freund Bodo Neumüller für dessen intensive Bemühungen um die Erweiterung der Sammlung, für die Herstellung der Kontakte zu den Künstlern, die Sichtung der Arbeiten und die Auswahl für die neue Ausstellung. „Im reiferen Alter möchte ich dem Kunstverein etwas Bleibendes übergeben, das nicht nur mich, sondern auch alle Mitglieder stolz macht“, erklärte Bodo Neumüller seine Motivation.

Übergeben wurden dem Verein 209 Werke. 52 hängen in den Fluren der Stadtverwaltung. Darunter sind Arbeiten von Heide Marlis Lautenschläger, Gunter Schulze, Peter Westphal, Hartmut Henschel, Matthias Wegehaupt oder Irene Sohler. „Unser Freund Ronald Paris, der in diesem Jahr 80 geworden ist, hat es noch nicht geschafft, etwas herauszusuchen. Ich darf aber mit einer Mappe bei ihm vorbeischauen“, machte Neumüller neugierig auf eine mögliche dritte Grafikausstellung dieser Art. Er schlug vor, nach einer lückenlosen Dokumentation aller Grafiken, den Rhythmus festzulegen, in dem weitere öffentlich gezeigt werden, nicht nur in der Galerie „Neues Rathaus“. „Möglich wären auch themenbezogene oder Personalausstellungen zu Jubiläen.“ Angenehmer Nebeneffekt dieser Grafikschau, die noch bis zum 21. November gezeigt wird, ist übrigens ein reger Gedankenaustausch unter den Künstlern. Zeugnisse dieses Briefwechsels sind auch direkt in der Ausstellung zu finden.

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