Spannungsfeld:

DDR-Umweltsünden durch Massentierhaltung

Die Schweinemastanlage in Hassleben und die Milchviehanlage in Dedelow riefen oppositionelle Kräfte hervor und die Staatssicherheit auf den Plan. Am 23. Juni wird daran in einem Vortrag erinnert.

Die Schweinemastanlage in Hassleben gehörte zu DDR-Zeiten zu den größten Betrieben der Massentierhaltung.
Archiv UKK Die Schweinemastanlage in Hassleben gehörte zu DDR-Zeiten zu den größten Betrieben der Massentierhaltung.

Der ehemalige Bezirk Neubrandenburg, zu dem auch die damaligen Kreise Prenzlau und Templin zählten, war der führende Agrarbezirk in der DDR. Dazu gehörte auch, dass die SED Anlagen der Massentierhaltung errichten ließ. Hierzu zählten unter anderem die größte Rindermastanlage Europas in Ferdinandshof mit mehr als 20 000 Tieren, eine Milchviehanlage mit 4 000 Kühen in Dedelow und die gigantische Schweinemastanlage Haßleben mit 170 000 Tieren. Die Umweltprobleme und die mangelnde staatliche Kontrolle sorgten in den 1980er Jahren für Zulauf bei oppositionellen Gruppen. Das Ministerium für Staatssicherheit trat auf den Plan und versuchte, diese Gruppen unter Kontrolle zu halten und zu zerschlagen.

In seinem Vortrag am 23. Juni ab 18 Uhr in der BStU-Außenstelle Neubrandenburg, Neustrelitzer Straße 120, geht Dr. Michael Heinz auf die Umweltproblematik der Massentierhaltung sowie auf die Bekämpfung von oppositionellen Umweltgruppen in den Nordbezirken ein. Der Eintritt ist frei.

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