Salzfreie Alternative:

Die Stadt Templin testet Blähschiefer als Streugut

Die ersten 40 Kubikmeter zum Abstumpfen sind angeliefert. Der Wirtschaftshof will nun testen, ob diese Alternative nicht nur umweltfreundlich, sondern auch effizient ist.

Der Blähschiefer ist mit einem Jahr Verspätung angekommen. Jetzt will auch Wirtschaftshofleiter Mario Cziborra das neue Streugut testen. Es ist extrem leicht, platzsparend und soll dank seiner rauen offenporigen Struktur gut zum Abstumpfen von Straßen und Wegen geeignet sein.
Sigrid Werner Der Blähschiefer ist mit einem Jahr Verspätung angekommen. Jetzt will auch Wirtschaftshofleiter Mario Cziborra das neue Streugut testen. Es ist extrem leicht, platzsparend und soll dank seiner rauen offenporigen Struktur gut zum Abstumpfen von Straßen und Wegen geeignet sein.

Blähschiefer heißt das umweltfreundlich Streugut, das die Zukunft im Straßenwinterdienst sein soll. Es hat nur einen Nachteil. Es scheint ziemlich knapp zu sein, auch wenn es sich um ein Abfallprodukt aus der Produktion von Wärmedämmmaterial handelt.

Bereits im vorigen Winter wollte die Stadt Templin Versuche mit dem griffigen Streugut fahren und glatte Straßen und Wege damit abstumpfen. Bereits am 9. Oktober 2012 hatte der Leiter des Templiner Wirtschaftshofes, Mario Cziborra, das Material bestellt. Aber der Hersteller kam offensichtlich nicht hinterher. Pünktlich zu Winterbeginn 2013/2014 wurden jetzt die vor Jahresfrist bestellten 40 Kubikmeter Blähschiefer angeliefert.

Ein privater Winterdienstleister in Templin hatte das Material bereits seit Längerem hauptsächlich für lange Straßen eingesetzt. Jetzt möchte die Stadt mit der salzfreien Alternative zu Sand und Salz-Kies-Gemischen nachziehen und erste Erfahrungen sammeln. Da die Stadt zu großen Teilen in Trinkwasserschutzgebieten liegt, verbietet sich außer bei Eisregen ohnehin der Einsatz von Auftaumitteln.

"Das neue Streugut ist extrem leicht, es kann also mehr davon auf die Streufahrzeuge verladen werden als an Kies und Sand. Und es ist im Gegensatz zum Straßenkies, der nach der Wintersaison mühselig wieder aufgefegt und entsorgt werden muss, kein Sondermüll", stellt Mario Cziborra fest. Das raue, körnige Material aus toniger Substanz sei ökologisch abbaubar und löse sich noch auf der Straße auf, verstopfe also auch keine Regenabläufe, zeigt sich Cziborra gespannt, wie es sich im Praxiseinsatz bewähre und ob es sein Geld wert sei. Denn der Blähschiefer sei deutlich teurer als Kies und Sand.

Der Wirtschaftshof hat rund 70 Kilometer Straßen und Wege von Eis und Schnee zu beräumen. Cziborra verspricht sich durch das feinkörnige Material, das übrigens bei Sonnenstrahlung nicht ins Eis einsinke, Einsparungen von Lagerplatz, Kraftstoff, Arbeitszeit. Hoffentlich mache dies die erhöhten Beschaffungskosten wett. Allerdings: Auf Spiegeleis wird man den splittartigen Blähschiefer kaum einsetzen können. "Den pustet der Wind gleich weg", so Cziborra.

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