Minister auf Tour:

Diese schlechte Straße wird noch lange bleiben

Da können Kita, Schule und Radwege noch so schmuck sein: Bei Fremden bleiben die holprigen Landesstraßen im Gedächtnis haften. Vier Minister haben den Milmersdorfern bestätigt: Hier muss sich was ändern. Getan hat sich bisher nichts.

Eigentlich sollte sie nur ein Provisorium sein, die Ampelkreuzung an den Landesstraßen 23 und 100. Und so sieht sie auch aus. Die Planungen für einen Kreisverkehr liegen längst fix und fertig auf dem Tisch. „Nur“ das Geld fehlt noch.
Sigrid Werner Eigentlich sollte sie nur ein Provisorium sein, die Ampelkreuzung an den Landesstraßen 23 und 100. Und so sieht sie auch aus. Die Planungen für einen Kreisverkehr liegen längst fix und fertig auf dem Tisch. „Nur“ das Geld fehlt noch.

"In den letzten 20 Jahren wurde so viel Geld für Planungen für unsere Ortsdurchfahrt ausgegeben, davon hätten wir locker die Straße bauen können", sagt Hans-Dieter Frey. Als sich am Donnerstag der vierte Minister in Folge in Milmersdorf von den Erfolgen der Landesförderung  überzeugt und die marode Landesstraße ansieht, da kann der Gemeindevertreter nicht anders: Er muss Agrarminister Jörg Vogelsänger die Dokumentation über das Straßenbauvorhaben L 100 Milmersdorf in die Hand drücken: zur Pflichtlektüre auf langen Autofahrten durchs Land. Wie oft war den Bürgern der Bau der Ortsdurchfahrt versprochen worden?

"Vieles haben wir im Ort geschafft", geben der Bauausschussvorsitzende Frey und der Ortsvorsteher Hans-Christian Arndt zu. Aber die Bürger messen ihr Engagement an der Ortsdurchfahrt. "Was sollen wir ihnen sagen?", fragt Hans-Dieter Frey. "Bund und Land konnten die B 109 in Milmersdorf zur Landesstraße herabstufen, für die Kraftfahrer hat sie weiter Priorität. Für Schwerlaster ist die B 109 am Fährkrug zu eng", argumentiert er. Die Straße beschädige den ersten Eindruck von Milmersdorf erheblich. Der Minister will nichts mehr versprechen. Die Mittel für die Infrastruktur seien zugunsten von Städtebauförderung und ländlicher Entwicklung gekürzt worden. Ein Kompromiss soll es richten. Das Land baut die Straße in Casekow. Und der Landkreis beantragt für die L 100 Mittel aus dem Interreg-Programm auf Kosten anderer Projekte. Und wann könnten Gelder fließen?  Ein "2016, wenn alles gut klappt", lässt sich Landrat Dietmar Schulze entlocken.