Versuchte Verheiratung:

Drama um Vermisste bleibt ohne strafrechtliche Folgen

Ein minderjähriges Mädchen aus Boitzenburg reiste mit seinem Bräutigam nach Berlin. In dem Fall wurde jetzt das Jugendamt eingeschaltet.

Die Frauen-Hilfsorganisation Terre des Femmes geht davon aus, dass in der Bundesrepublik jedes Jahr weit mehr als 1000 Mädchen aus Migrantenfamilien in Ehen gezwungen werden.
Boris Roessler Die Frauen-Hilfsorganisation Terre des Femmes geht davon aus, dass in der Bundesrepublik jedes Jahr weit mehr als 1000 Mädchen aus Migrantenfamilien in Ehen gezwungen werden.

Das Heiratsdrama um ein tschetschenisches minderjähriges Mädchen in Boitzenburg bleibt für den Bräutigam und seine Familie ohne Folgen. Es gebe keine weiteren Ermittlungsverfahren, sagte Ingo Heese, Leiter der Pressestelle der Polizeidirektion Ost. Allerdings wurde das uckermärkische Jugendamt eingeschaltet, da es sich bei der versuchten Verheiratung um ein minderjähriges Mädchen und somit um Kindeswohlgefährdung handele, bestätigte Ramona Fischer, Pressesprecherin des Landkreises Uckermark. Über den Verbleib des Kindes wolle das Jugendamt mit den Eltern sprechen.

Vor einer Woche war die junge Tschetschenin in das Auto des Bräutigams gestiegen und nach Berlin gefahren. Zuvor hatte der Tschetschene den Eltern des Mädchens 200 Euro hinterlassen, mit dem Hinweis, dass er das unter 16 Jahre alte Mädchen heiraten wolle. Deren Eltern waren dagegen. Nach stundenlangen Verhandlungen erklärte sich die Familie des Bräutigams bereit, das Mädchen wieder nach Boitzenburg zu bringen. Doch zunächst hatte die Polizei stundenlang nach dem als vermisst gemeldeten Mädchen gesucht.

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