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Er lässt die Zeit still stehen

In Templin stehen althergebrachte und moderne Zeit in Form zweier Turmuhren dicht beieinander. Nach einer kann man die Uhr stellen, an die andere muss man noch Hand angelegen.

Als zufälliger Gast verfolgte Benjamin Vorhölter (links), wie Uhrmachermeister Peter Lux das Uhrwerk der Templiner Kirche nachts anhielt, um die Uhrzeit zurückzustellen. Foto: Horst Skoupy
Horst Skoupy Als zufälliger Gast verfolgte Benjamin Vorhölter (links), wie Uhrmachermeister Peter Lux das Uhrwerk der Templiner Kirche nachts anhielt, um die Uhrzeit zurückzustellen. Foto: Horst Skoupy

Nein, an der Uhr wird nicht gedreht, um die Zeiger an der Templiner Marien-Magdalenen-Kirche auf Mitteleuropäische Zeit einzustellen. Anders als landläufig angenommen, hatte sie Uhrmachermeister Peter Lux einfach angehalten und eine Stunde später wieder angeschoben.

Während er früher tatsächlich dafür nachts kurz vor 2 Uhr aufstand, tat sich der 78-Jährige diesmal diesen Zwang nicht mehr an. Wer am Sonnabend nach 23 Uhr mit aufmerksamem Blick an der Kirche vorbei ging, konnte feststellen, dass die Turmuhr nicht die exakte Zeit anzeigte. Da stand sie nämlich schon. Um 23 Uhr war er die 88 Stufen hinauf zum Uhrwerk gestiegen, um es anzuhalten. Und um Mitternacht wiederholte er seinen Aufstieg, um die Uhr „wiederzubeleben“.

Rathausuhr geht immer genau

Die Kirchturmuhr ist in der Innenstadt die einzige, die noch von Hand auf die richtige Zeit eingestellt werden muss, weiß der Handwerksmeister. Selbst die Rathausuhr, die sich in Sichtweite zur Kirchturmuhr befindet, wurde vor einigen Jahren auf moderne Technik umgerüstet. Nach ihr kann man im wahrsten Sinne des Wortes die Uhr stellen.