Kita-Erzieher vor dem Streik:

Es geht um mehr Personal, nicht ums Geld

Für die Stadt Templin ist der geplante Ausstand kein Thema, hofft der Bürgermeister. Prenzlau setzt indes auf einen Notfallplan. Doch der könnte Makulatur sein, wenn es nach den Vorstellungen der Gewerkschaft geht.

Ein Gewerkschafter der Gewerkschaft ver.di hängt Plakate vor einer Kindertagesstätte auf. Ab Montag werden in der Uckermark kommunale Kitas bestreikt.
Oliver Berg Ein Gewerkschafter der Gewerkschaft ver.di hängt Plakate vor einer Kindertagesstätte auf. Ab Montag werden in der Uckermark kommunale Kitas bestreikt.

Ab kommenden Montag werden auch die kommunalen Kitas in der Uckermark bestreikt. Die Stadt Templin ist womöglich nicht betroffen: Bürgermeister Detlef Tabbert sagt, die Erzieherinnen der beiden kommunalen Kitas Templins beteiligten sich nicht am Streik. Für Prenzlau hat die Stadtverwaltung einen Notfallplan: Sie hofft, dass wenigstens eine der fünf städtischen Kitas geöffnet bleiben kann, in der dann all die Kinder betreut werden, für die die Eltern keine Alternativlösung finden. Die Realität könnte diesen Plan jedoch vereitelt: Die Gewerkschaft ver.di plant einen flächendeckenden Streik zugunsten der Arbeitnehmerinteressen der Erzieherinnen: „Wir bestreiken alle Kitas“, kündigte ver.di-Fachbereichsleiterin Petra Honig an.

Die Stimmung bei den Prenzlauer Kita-Erzieherinnen ist indes nicht durchweg gut. „Beim Personalschlüssel drückt der Schuh“, sagte eine Erzieherin. „Der Lohn ist kein Thema“, doch es würden mehr Erzieherinnen benötigt: „Der Kitaalltag wird schwieriger.“ Das soziale Umfeld vieler Kinder habe sich verschlechtert, das mediale Umfeld habe nicht immer einen guten Einfluss: „Die Reize nehmen zu.“ Deshalb fordert die Erzieherin: „Die Kinder brauchen mehr Zuwendung!“ Auch die Anforderungen an die Kita-Erziehung seien gestiegen. Es gehe immer mehr darum „die Kinder zu fördern, ihr Thema zu bedienen und auf Wünsche und Interessen einzugehen“. Aus diesem Grund müssten mehr Erzieherinnen eingestellt werden, findet sie.

Nicht streiken werden die Kitas in freier Trägerschaft – sei es, weil deren Erzieherinnen nicht gewerkschaftlich organisiert sind, sei es, weil sie zufriedener sind: „Es gibt bei uns keinen Unmut“, erklärte eine Templiner Erzieherin.

 

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