Feiern und Vorsorgen:

Expedition in den Darm

Beim Sommerfest des Templiner Sana Krankenhauses erfuhren die Gäste am Sonnabend, warum falsches Schamgefühl bisweilen lebensgefährlich sein kann.

Einmal durch den Darm und zurück: Der achtjährige Carlos aus Templin bei einer Expedition in den begehbaren Verdauungstrakt.
Guido Berg Einmal durch den Darm und zurück: Der achtjährige Carlos aus Templin bei einer Expedition in den begehbaren Verdauungstrakt.

Zahlreich haben die Templiner am Sonnabend das Sommerfest des Sana Krankenhauses Templin besucht. Sie hörten Vorträge über Themen wie Altersmedizin oder Krebsvorsorge oder besichtigten das begehbare Modell eines Darms. Mehrere Gesundheitsinstitutionen waren mit Informationsständen vor Ort vertreten. So die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), die Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK).

Dr. Klaus-Dieter Burkhardt, Chefarzt der Abteilung für Inneren Medizin, liegt die Darmkrebsvorsorge besonders am Herzen. "Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung deutschlandweit", erklärte er am Rande des Festes gegenüber dem Uckermark Kurier. Im Templiner Sana Krankenhaus finden nach seiner Aussage jährlich 1000 bis 1200 Darmuntersuchungen statt. Bei diesen Darmspiegelungen "diagnostizieren wir bei 15 bis 20 Patienten Darmkrebs", erklärte der Chefarzt weiter.

"Ich sage allen Patienten die Wahrheit"

In diesen Fällen muss der Mediziner den Betroffenen schlechte Nachrichten mitteilen. Die Überlebenschancen bei Darmkrebs sinken von 90 Prozent im Stadium eins auf zehn Prozent im fortgeschrittenen Stadium vier, erklärte Dr. Burkhardt weiter: "Ich sage allen Patienten die Wahrheit."

Das Mittel der Wahl gegen Darmkrebs ist die Vorsorge-Untersuchung, so der Chefarzt weiter. Je früher Darmkrebs erkannt werde, um so höher seien die Heilungschancen. Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten, so der Mediziner. Bundesweit nehme die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen ab. "Eine Ausnahme bildet das Land Brandenburg", erklärte der Templiner Chefarzt: "Brandenburg ist ein guter Vorreiter."