Unfassbare Betrugsmasche :

Falscher Staatsanwalt erpresst Rentner

Ein 64-Jähriger wurde um 5000 Euro geprellt. Er soll an einem Gewinnspiel in der Türkei mitgemacht haben. Als die Masche mit dem Justizbeamten offensichtlich nicht zog, legten die Gauner massiv nach.

Über mehrere Tage bedrohten die Anrufer den Rentner. Derart massiv unter Druck gesetzt, überwies der 64-Jährige 5150 Euro an die Gauner. Foto: M. Schuppich - Fotolia
M. Schuppich - Fotolia Über mehrere Tage bedrohten die Anrufer den Rentner. Derart massiv unter Druck gesetzt, überwies der 64-Jährige 5150 Euro an die Gauner. Foto: M. Schuppich - Fotolia

Die Polizei in der Uckermark muss sich derzeit mit einem besonders perfiden Betrug herumschlagen. Diesmal haben sich die Betrüger sowohl als Staatsanwälte als auch als Templiner Polizisten ausgegeben. „Einen Betrug von diesem Ausmaß hatten wir in unserem Bereich noch nie“, bekannte Polizeisprecher Gerald Pillkuhn. Inzwischen ermittelt die Polizei nicht nur wegen besonders schweren Betrugs, sondern auch wegen Amtsanmaßung.

Was war passiert? Am 22. Dezember 2014 klingelte das Telefon bei einem Rentner in Klosterwalde bei Templin. Der Anrufer stellte sich ihm als Staatsanwalt aus Karlsruhe vor. Der Rentner, so der Vorwurf, habe an einem Gewinnspiel in der Türkei teilgenommen. Jetzt läge eine Anzeige gegen den 64-Jährigen vor, weil er die Gebühren dafür noch nicht bezahlt habe. Der angebliche Staatsanwalt forderte die Überweisung von 4800 Euro.

Opfer wurde wohl beschattet

Dem Klosterwalder kam die Sache nicht ganz geheuer vor. Er reagierte richtig und fuhr zur Polizeiwache nach Templin. Dort beschwichtigten ihn die Beamten, dass gegen ihn nichts vorliege. Wenige Tage später ein erneuter Anruf, diesmal eine Frau, die behauptete, Beamtin in der Wache Templin zu sein und dem Rentner mitteilte, dass noch eine Anzeige gegen ihn vorläge. Polizeisprecher Gerald Pillkuhn: „Man muss davon ausgehen, dass der Mann nach dem ersten Anruf beobachtet wurde und sein Gang zur Polizei bekannt war.“ 

Noch immer blieb der Uckermärker skeptisch. Dann folgte kurz nach Silvester ein dritter Anruf. Diesmal war ein Mann am Apparat, der sich ebenfalls als Polizist aus Templin vorstellte. Der drohte dem 64-Jährigen sogar: Er müsse jetzt ganz schnell zahlen, sonst drohe ein Verfahren. Zu den 4800 Euro sollten nun 350 Euro Bearbeitungsgebühren dazu kommen. Der angebliche Beamte gab eine Kontonummer in der Türkei durch.

Das Geld ist weg

So unter Druck gesetzt, gab der Rentner nach und überwies das Geld. Danach machte er sich noch einmal auf den Weg zur Polizei nach Templin, weil er wissen wollte, ob nun nichts mehr gegen ihn vorläge. Dort musste der Klosterwalder dann einsehen, Betrügern auf den Leim gegangen zu sein.

Sein Geld wird der Mann wohl nie wiedersehen. Es ging auf ein Tageskonto, dass nach kurzer Zeit gelöscht wurde. Darüber hinaus gehört die Türkei nicht zum EU-Gebiet. „Damit kann das Geld auch nicht zurückgeholt werden“, so Gerald Pillkuhn. Der Polizeisprecher ist äußerst empört darüber, dass sich die Trickbetrüger als Beamte der Strafverfolgung ausgeben hatten. Er warnt die Uckermärker und bittet diejenigen, die solche Anrufe bekommen haben oder noch erhalten, sich dringend bei der Polizei zu melden. Darüber hinaus rät er Bürgern, bei dubiosen Überweisungen im Bankhaus nachzufragen, was es damit auf sich habe.

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