Alternative zum Fällen?:

Förster will alte Linden nicht opfern

In Vietmannsdorf soll es drei Bäumen an den Kragen gehen. Ein Gutachten zeigt die Gefahren, die von den teilweise hohlen Bäumen ausgehen. Klaus Wehden fordert, sich mehr Mühe mit dem Erhalt der Uraltbäume zu geben. Es muss andere Lösungen geben.

Revierförster Klaus Wehden bedauert, dass es immer weniger alte Linden in Vietmannsdorf gibt. Bis die Bäume zu dem wurden, was sie sind, vergingen über 230 Jahre.
Birgit Bruck Revierförster Klaus Wehden bedauert, dass es immer weniger alte Linden in Vietmannsdorf gibt. Bis die Bäume zu dem wurden, was sie sind, vergingen über 230 Jahre.

„Diese Bäume gibt es vielleicht bald nicht mehr“, sagt Revierförster Klaus Wehden. Er zeigt hinauf zur großen Krone der Linde vor dem Landhaus „Askanien“ in Vietmannsdorf und zu einem knorrigen Baum, der ein paar Meter weiter steht. Ein von der Stadt Templin in Auftrag gegebenes Gutachten gehe davon aus, dass diese beiden und eine weitere, ebenso alte Linde hohl sind. „Es wird empfohlen, sie zu fällen oder sie auf eine Höhe von maximal fünf Metern zu kappen“, sagt Wehden kopfschüttelnd.

Der Revierförster sieht durchaus Möglichkeiten, die Bäume zu retten und trotzdem die Sicherheit zu gewährleisten. Er schlägt vor, die Kronen zurückzuschneiden und sie gegebenenfalls mit Ringen und Seilen zu stabilisieren. „Doch eine Höhe von mindestens zwölf bis 15 Metern sollte schon bleiben“, sagt er.

Säge kommt noch im Herbst

„Der Gutachter hatte gesagt, dass der Baum hohl ist. Ich muss die Sicherheit meiner Gäste gewährleisten, aber wenn das auch anders geht, wäre ich natürlich dafür, dass der schöne Baum erhalten bleibt“, sagt Eize Ooosterwoud, der neue Besitzer des Landhauses „Askanien“

Gerade für diese Linde sieht Ortsvorsteher Bernd Ziemkendorf jedoch wenig Chancen. Während es bei den anderen beiden Bäumen mit Rückschnitten versucht werden soll, werde dieser Baum wohl fallen und durch einen neuen ersetzt. „Ich würde die Bäume auch am liebsten erhalten, weiß aber nicht, wer dafür die Verantwortung übernehmen soll“, sagt er.  Die Fällungen beziehungsweise Rückschnitte sollten noch in diesem Herbst erfolgen.