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Freie Bahn für Fäkalienfahrzeuge

Wer künftig in der Westuckermark seine Abwassergruben und die Zufahrt nicht in Ordnung hält, muss mit Extragebühren rechnen. Den Grundstücksbesitzern wurde dafür eine Frist gesetzt.

Verbandsvorsteher Bernd Riesener.
Sigrid Werner Verbandsvorsteher Bernd Riesener.

Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der Westuckermark (ZVWU) hat eine neue Abwassersatzung. Wer die technischen Anforderungen an seine Klärgrube nicht einhält, muss demnach mit Gebührenzuschlägen rechnen, kündigte Verbandsvorsteher Bernd Riesener nun in einem Informationsbrief den rund 1400 Betroffenen an. Hintergrund der neuen Satzung: Oft sind die dezentralen Abwasseranlagen undicht. Zudem waren die Wege zu den Güllegruben verengt worden, so dass die Fäkalientransporter nicht durchkamen. Grund: Die Hecken in Gartenanlagen seien immer breiter und die Wege zu den Gruben immer schmaler geworden.

Riesener: „Als ZVWU wollen wir nicht, dass Fäkalien in den Boden gelangen, aber auch nicht, dass Wasser in die Kläranlage fließt. Wir wollen ja nicht unnötig Wasser durch die Gegend fahren und damit letztlich alle Gebührenzahler belasten.“

Zuschlag von 21 Euro pro Kubikmeter

Wer die Anforderungen bis zum 31. Dezember nicht erfülle, müsse ab 1. Januar 2016 zu den 4,34 Euro Abwassergebühr einen Zuschlag von 21 Euro pro Kubikmeter zahlen. „Für schwer zu entsorgende Grundstücke schaffen wir ein Spezialfahrzeug an“, so Riesener weiter. Vor allem in Kleingartenanlagen werde es zum Einsatz kommen.

Jahrelang hat sich der Vorsteher des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der Westuckermark (ZVWU) Bernd Riesener den Mund fusselig geredet, dass die Kunden die dezentralen Abwassergruben auf Dichtheit überprüfen und die Wege für die Entsorgungsfahrzeuge frei halten. Unzumutbar sei die Realität, kritisierten seine Mitarbeiter: Hecken in Gartenanlagen seien immer breiter und die Wege zu den Gruben immer schmaler geworden, sodass ein spielendes Kind wegen der Unübersichtlichkeit fast einmal vor einen Fäkalientransporter geraten wäre. Damit müsse Schluss sein, fand man beim ZVWU. Die Verbandsversammlung der Mitgliedskommunen beschloss mit der neuen Abwassersatzung, wie die Entsorgung der abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen künftig erfolgt. Wer technische Anforderungen nicht einhalte, müsse mit Gebührenzuschlägen rechnen, kündigte Bernd Riesener in einem Informationsbrief  rund 1400 Betroffenen an. Manch ein Bürger schreckte auf. Auch Gandenitzer signalisierten Klärungsbedarf. Bernd Riesener stand ihnen jetzt Rede und Antwort.

Alle fünf Jahre müssen Kontrollen nachgewiesen werden

„Die Forderung zur Überwachung der Anlagen gilt schon lange“, betonte Riesener. 2014 sei jedoch eine Verwaltungsvorschrift des Landes in Kraft getreten, die die regelmäßige Kontrolle genauer vorschreibe. Für Sammelgruben mit einer Bauartenzulassung müsste innerhalb von Wasserschutzgebieten alle fünf Jahre, außerhalb solcher alle 20 Jahre eine Kontrolle nachgewiesen werden. Ohne eine solche Zulassung verkürzen sich die Abstände auf  drei beziehungsweise zehn Jahre.

Geld sparen lasse sich, wenn man zur Eigenkontrolle der Abwassergrube mit dem Zollstock schreite, abends nach dem letzten und morgens vor dem ersten Toilettengang, riet Riesener. Eine Differenz weise auf Handlungsbedarf hin, auch ohne Vorkontrolle. Immerhin müsste man für solche Kontrollen 150 bis 600 Euro einplanen. „Als ZVWU wollen wir nicht, dass Fäkalien in den Boden gelangen, aber auch nicht, dass Wasser in die Kläranlage fließt. Wir wollen ja nicht unnötig Wasser durch die Gegend fahren und damit letztlich alle Gebührenzahler belasten.“

Zu den technischen Voraussetzungen gehörten ausreichend große Gruben. Bei neuen Anlagen liege die Andienungsstelle an der Grundstücksgrenze. Bei Altanlagen müsse die Zufahrt ausreichend bemessen sein. Benötigt werde eine Lichtraumfreiheit von 3,5 Metern Breite und vier Meter Höhe für die Pumpfahrzeuge, im Winter sei zu räumen und zu streuen. „Und wir räumen auch keine Blumenkübel von Grubenabdeckungen“, stellte Riesener klar.

Wer all die Anforderungen bis zum 31. Dezember nicht erfülle, müsse ab 1. Januar 2016 zu den 4,34 Euro Abwassergebühr einen Zuschlag von 21 Euro pro Kubikmeter zahlen. „Für schwer zu entsorgende Grundstücke schaffen wir ein Spezialfahrzeug an“, so Riesener. Vor allem in Kleingartenanlagen werde es zum Einsatz kommen.