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Fürstenberg nach Lychen "eingemeindet"

Ein Schild-Bürger-Streich im wahrsten Sinne des Wortes: Über Weihnachten wird die Havel- zur Flößerstadt.

Fürstenberg oder Lychen? Es ist Fürstenberg ... Dieses Foto von der Nacht- und Nebelaktion kursierte im Internet.
Privat Fürstenberg oder Lychen? Es ist Fürstenberg ... Dieses Foto von der Nacht- und Nebelaktion kursierte im Internet.

Als Carla Kniestedt am ersten Weihnachtsfeiertag aus Lychen kommend am Fürstenberger Ortseingang vorbeirollte, traute sie ihren Augen nicht. Wurde sie doch wieder in der uckermärkischen Nachbarstadt begrüßt – statt „Wasserstadt Fürstenberg“ stand „Flößerstadt Lychen“ auf dem gelben Untergrund. Ein Umstand, der zu diesem Zeitpunkt bereits im Internet kursierte.

„Am 23. oder 24. verschwand das Lychener Ortseingangsschild hinter der Reithalle an der Straße Richtung Bredereiche“, hilft Juliane Rensch bei der Spurensuche. „Dass unsere enge Zusammenarbeit mit Fürstenberg jetzt in einer Eingemeindung gipfelt, ist mir aber neu“, meint die Chefin des Lychener Tourismusverbandes lachend.

Als Lychens Bürgermeister Sven Klemckow nach den Feiertagen erfuhr, dass sich „sein“ Gemeindegebiet zur Weihnachten überraschend vergrößert hatte, wollte er das fotografisch dokumentieren. Zu spät – denn zu diesem Zeitpunkt hatte der Bauhof das Lychener Schild schon wieder in heimische Gefilde zurück geholt.

„Nein, es gab keine Gebietsreform“, kommentierte auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Fürstenberg, Carola Hoheisel, das Geschehen nicht ohne Augenzwinkern. „Aber wenn es ein Tausch war, sollten wir auch wieder zurück tauschen“, bittet sie. Denn ihr Schild blieb bisher verschwunden. Provisorisch musste ein Verkehrsschild aufgestellt werden, das die Autofahrer am Ortseingang auf Tempo 50 hinweist. Gibt es vielleicht irgendwo einen Ort, der seit Weihnachten Fürstenberg heißt?