Geschichte:

"Geben Sie Siegmund Cohrs die Ehrenbürgerwürde zurück!"

Die Spurensuche der 102-jährigen Hilde Singer führt in die Uckermark. Die in Manhattan lebende Jüdin kämpft um das Vermächtnis ihres Großonkels.

Hilde Singer ist 1935 aus Deutschland geflohen.
Daniela Reinsch Hilde Singer ist 1935 aus Deutschland geflohen.

Hilde Singer ist Jüdin und ist 1935 vor der Verfolgung durch die Nazis erst nach Schweden und dann in die USA geflohen. Sie lebt seit 1940 in New York und hat seit Jahrzehnten mit niemandem deutsch gesprochen. Bei einem Vortrag über "Deutsche Juden in Berlin" lernen sich die 102-Jährige und die deutsche Journalistin Daniela Reinsch kennen. Mit ihr geht Hilde Singer auf die Suche nach ihrer Vergangenheit - und nehmen Kontakt zum Uckermark Kurier auf. Denn eine Spur führt nach Lychen.

Hilde Singers Großvater war Bruno Cohn. Und dessen Bruder, also ihr Großonkel, war Siegmund Cohrs. Vorstandsmitglied der Heilstätten Hohenlychen und Begründer des Cohrs-Stifts Lychen. Die 1911 geborene Hilde Singer kann sich an Besuche bei "Onkel Siegmund" und "Tante Mieze", Cohrs Frau Emilie, erinnern. "Beim Kommerzienrat mussten wir immer besonders artig sein", sagt sie. Was aber hatte der in Berlin lebende Großonkel mit Lychen zu tun? Warum hieß er Cohrs und nicht wie seine Geschwister und Eltern Cohn? Was ist nach Cohrs Tod 1924 in Lychen passiert? Diesen Fragen geht der Uckermark Kurier imn seiner Freitag-Ausgabe nach.

Hilde Singer weiß inzwischen, dass 1938 die Begräbnisstätte ihres Großonkel geschändet und der sozial engagierte Mann und großzügige Mäzen von den Nazis von der Ehrenbürgerliste gestrichen wurde und bittet: "Geben Sie meinem Großonkel die Ehrenbürgerwürde zurück".

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