Dummheit im Spiel:

Gefälschte Zulassung wird richtig teuer

Ein offenbar gut bezahlter Freundschaftsdienst bringt einen jungen Autobastler vor den Kadi.

Ein Fall für Justizia waren gefälschte Autopapiere eines Auto-Tuners.             
Dinga/shutterstock Ein Fall für Justizia waren gefälschte Autopapiere eines Auto-Tuners.  

Junge Leute lieben Autos. Sie werkeln gern daran herum, bauen Teile an oder um. In den meisten Fällen sind derartige Umbauten jedoch genehmigungspflichtig, was die Auto-Bastler meistens auch wissen. Dennoch versuchen einige, genau das zu umgehen, was dann aber mitunter gerichtliche Konsequenzen haben kann. Vor dem Strafrichter des Amtsgerichtes musste sich deswegen ein junger Mann verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm Urkundenfälschung vor, weil er nach so einem Umbau die Zulassung gefälscht hatte.

„Das stimmt alles“, gab der Angeklagte zu. „Aber ich habe das nicht gefälscht, das war ein Kumpel meines Kumpels.“ Er selbst habe das nur vermittelt. Auf einem Tuning-Treffen hätten sie das verabredet. Der andere Mann habe sich um die ergänzenden Eintragungen von Anbauten am Fahrzeug gekümmert, so der Sünder. „Für 400 Euro kriegen wir das hin“, habe der Fremde gemeint.

Der TÜV-Prüfer hatte das nicht mal erkannt, erst bei der Zulassungsstelle flog der Schwindel auf. Die Zulassung wurde verweigert. Namen allerdings waren bei der Aussage des Angeklagten offenbar Schall und Rauch. „Ich kenne den nur flüchtig und habe ihn nicht mehr gesehen.“ Durch das umfassende Geständnis konnte letztlich auf Zeugenaussagen verzichtet werden. „Allerdings ist das Beihilfe zur Urkundenfälschung“, bemerkte der Staatsanwalt. Eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro hielt er für den Ersttäter für angemessen.

Auch das Gericht teilte diese Auffassung. „Es wurde dabei geholfen, die gefälschte Bescheinigung zu erlangen, die nicht legal sein konnte“, hieß es in der Begründung. 600 Euro Geldstrafe für Beihilfe zur Urkundenfälschung, so lautete das Urteil. Auch der Besitzer der falschen Zulassung wurde bereits wegen Urkundenfälschung verurteilt. Er musste 2400 Euro an die Staatskasse zahlen.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!