:

Genervte Lychener blockieren Lkw-Verkehr

Rund 100 Einwohner von Lychen sind in der Nacht zu Montag statt ins Bett auf die Straße gegangen. Bis Mitternacht ging nichts auf der Ortsdurchfahrt. Die lange Schlange von Lkws, die sich bis dahin gebildet hatte, zeigt, wo das Problem liegt.

Christian Krasemann (Mitte) erklärte bei der Demonstration die Forderungen der Einwohner.
Birgit Bruck Christian Krasemann (Mitte) erklärte bei der Demonstration die Forderungen der Einwohner.

Lychener Anwohner haben in der Nacht zu Montag für knapp eine Stunde die Landesstraße 15 gesperrt. Sie protestierten damit gegen den starken Lkw-Verkehr, der sich nach Ende des Sonntagsfahrverbots ab 23 Uhr durch ihren Ort wälzt. „Es reicht, wir müssen was tun“, war der einhellige Tenor der fast 100  Lychener, die im Bereich des ehemaligen Stargarder Tors auf die Straße gingen und die Ortsdurchfahrt bis Mitternacht dicht machten.

„Wie sollen wir vom Tourismus leben, wenn bei uns die Häuser beben“, dichtete Hans-Joachim Lischka übers Megafon. Für einen herannahenden Lkw nach dem anderen - ausnahmslos mit polnischen Kennzeichen - war in dieser Nacht die Fahrt in Lychen zunächst beendet. Schnell bildete sich eine lange Schlange Richtung Ortsausgang. Auf Flugblättern auch in polnischer Sprache informierten die Demo-Organisatoren um Christian Krasemann vom Wählerbündnis „Schön hier – Gemeinsam für Lychen“: „Sehr geehrter Kraftfahrer, in diesem Moment durchfahren Sie die Urlauberstadt Lychen, die idyllisch, von Wäldern und Seen umgeben ist. Wir bitten Sie deshalb, zukünftig eine andere Strecke zu benutzen und erwarten, dass Sie diesen Wunsch unserer Einwohner respektieren.“

Der Lkw-Verkehr auf der L 15 über Berkholz, Boitzenburg, Hardenbeck und Lychen ist stark angestiegen, seit zunächst auf der B 198 in Bredenfelde und aktuell vor Woldegk die Straßen gebaut wurden und werden.