Widerstand gegen Bauvorhaben:

Gerswalder stimmen gegen Biogasanlage

Landwirt Gilbert Bleich will die Anlage in Krohnhorst errichten. Doch die Gemeindevertreter verweigern ihre Zustimmung. Ist das Projekt nun endgültig gescheitert?

Die Gemeindevertretung entschloss sich gegen den Bauantrag von Gilbert Bleich (rechts).
             
Benjamin Vorhölter Die Gemeindevertretung entschloss sich gegen den Bauantrag von Gilbert Bleich (rechts).  

Mit so viel Widerstand hat Gilbert Bleich nicht gerechnet. Die Gemeinde Gerswalde stimmte gegen seinen Bauantrag zur Errichtung einer Biogasanlage. Unter den Gemeindevertretern herrschte Misstrauen gegenüber dem Geschäftspartner des 51-Jährigen. Auf der Versammlung am Donnerstag wurde der Verdacht geäußert, der Landwirt fungiere als Strohmann für eine Firma namens Archea Biogas.

"Bleich ist weder als Gesellschafter, noch als Mitglied der Firmenleitung aufgeführt. Er tritt als Lieferant von Rohstoffen und Abnehmer von Gährresten in Erscheinung. Der Landwirt stellt den Grund und Boden zum Bau der Anlage zur Verfügung. Ein Vertrag, der das Pachtverhältnis regelt, liegt der Gemeinde nicht vor", erläuterte Jürgen Alpermann. Besonders das schwer durchschaubare Firmengeflecht, in das die BiPa Biogas2 GmbH verwoben ist, sorgte für Misstrauen unter den Gemeindevertretern. "So wie sich die Situation im Moment darstellt, handelt es sich daher um eine gewerbliche Nutzung der Biogasanlage. Deshalb können wir das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilen", begründete das Mitglied der Gemeindevertretung den negativen Entschluss der Gemeinde.

Ein Funken Hoffnung gibt es trotzdem für den Krohnhorster Landwirt. "Die Genehmigungsbehörde des Landkreises Uckermark prüft nun, ob das gemeindliche Einvernehmen ersetzt werden kann", berichtete Andreas Rutter, Amtsdirektor von Gerswalde. Voraussetzung sei jedoch, dass Klarheit in den Anträgen herrsche. Das heißt, Herr Bleich müsse als Besitzer und Betreiber der Biogasanlage aufgeführt sein. "Außerdem werde geprüft, ob alle naturschutzrechtlichen Aspekte eingehalten sind. Denn Krohnhorst ist ein Biosphärengebiet, in dem der Schreiadler lebt", erläuterte Rutter.

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