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Haus der Kindheit wieder eine Pracht

„Die Mutter meiner Freundin, Ilse Seidel, hatte von 1943 bis 1960 das Geschäft in dem Haus Puschkinstraße 21. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die ...

Lange schienen die Gebäude in der Puschkinstraße dem Verfall preisgegeben. Jetzt wurde zur Freude nicht nur vieler Templiner ein Haus ums andere saniert. Jüngst das in der Puschkinstraße 21 mit der terrakottafarbenen Fassade, welches wir gestern im Guckkasten-Rätsel suchten.

„Die Mutter meiner Freundin, Ilse Seidel, hatte von 1943 bis 1960 das Geschäft in dem Haus Puschkinstraße 21. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Puschkinstraße entlang fahre und diese tolle Hausfassade sehe“, schrieb die Templinerin Margit Dura, nachdem Enrico Krüger und seine Frau Diana dem alten, fast verfallenen Haus wieder Leben eingehaucht hatten, an die Bauherren und stellte ihnen
die im Guckkasten abgebildete alte Ansicht zur Verfügung.

„Das Schild an der rechten Seite ist das Schild vom Schneidermeister Fritz Rohde, der bis in die 1970er Jahre dort wohnte. Die Schneiderei war hinter seiner Wohnung im Anbau hinten auf der rechten Seite“, wusste Margit Dura. Freundin Sigrid Rendtel, heute in Hamburg lebend, bestätigte am Mittwoch die Angaben in einer E-Mail. Das Haus gehörte Walter Löffler. Meyers Berliner Lebensmittelkette hatte im Laden eine Filiale. Ilse Seidel lernte bei Löfflers, absolvierte dort eine Ausbildung zur Filialleiterin und arbeitete seit Ende 1942 bei Meyer als Filialleiterin. 1943 kaufte sie das Geschäft und führte es als Eigentümerin bis zur Flucht in den Westen am 13. August 1960. Von 1943 bis 1948 wohnten Ilse Seidel und Tochter Sigrid über dem Laden, hatten auf dem Boden ein Mädchenzimmer. Auf der rechten Seite des Hauses über Schneidermeister Rohde wohnten Pankows – er war Briefträger.

„Ich freue mich, dass das Haus Puschkinstraße 21 heute wieder eine Pracht ist nach den Jahren des Zerfallens… Mein Herz hüpft, wenn ich das neue Haus sehe“, schrieb Sigrid Rendtel abschließend.