Traditionslokal schließt:

Herber Verlust für die Gastronomie

Die „Alte Mühle“, seit 1920 aus Lychen nicht wegzudenken, bleibt geschlossen. Damit geht einer der wichtigsten Einrichtungen verloren. Wo sollen Sportler, Touristen und Uckermärker nun einkehren?

Blick auf das Café "Alte Mühle" zu DDR-Zeiten. Joachim Grams hat nicht nur diese alte Postkarte aufbewahrt.
Joachim Grams Blick auf das Café "Alte Mühle" zu DDR-Zeiten. Joachim Grams hat nicht nur diese alte Postkarte aufbewahrt.

Seit 95 Jahren gab es in der „Alten Mühle“ in lychen einen Ausschank. Eine Toilette, eine kleine Stärkung, einen Kaffee, ein Essen oder einfach einen Blick aus den romantischen Holzfenstern des Wintergartens. Jetzt kommt eine neue Zeit. Schon jetzt irren Touristen herum und sehen dann enttäuscht das kleine Schild „Grundstück zu verkaufen“.

Gerhard Gramsch hat schon fast alle Lychener bedient, das hat er schließlich im Uckermärker Hof in Templin von der Pike auf gelernt. Seit 1966 hatten seine Eltern die „Alte Mühle“ betrieben, seit 1977 ist er der Frontmann.

Inhaber will das Kapitel abschließen

Wimmelte es in der Stadt früher im Sommer vor Touristen, machten jetzt die Ferienlager zu, schlossen das „Ratseck“ am Markt und das FDGB-Heim. Es kamen immer weniger Urlauber. Immerhin: Die Wassersportler kamen immer noch, hielten Rast, kehrten ein, in der Saison wechselten dort pro Tag Hunderte die Seen.

Aber jetzt ist Gramsch 64 Jahre alt und will das Kapitel abschließen. Zu Silvester waren noch über 50 Leute da. Seitdem ist Schluss. Einen Makler hat er noch nicht, sondern stattdessen einen Zettel in das Fenster gehängt in der Hoffnung, dass sich schnell jemand findet in Lychen, der den Laden weiter betreiben will. Ein paar Interessenten waren zwar schon da, aber die Mühle muss eben umfassend saniert werden.