Staffelung der Kita-Gebühren:

Höherverdienende fühlen sich bestraft

Die neue Satzung für Kindereinrichtungen in Templin sorgt für Aufregung bei Eltern. Viele stellen sich die Frage: Wer wird nun günstiger gestellt, Einkommensschwache oder Besserverdienende?

Ab einem Einkommen von 28 000 Euro gilt laut der neuen Satzung bereits der Höchstsatz für das erste Kind.
Sebastian Kahnert Ab einem Einkommen von 28 000 Euro gilt laut der neuen Satzung bereits der Höchstsatz für das erste Kind.

Ab wann solle Eltern prozentual mehr für Beiträge in Kita, Krippe oder Hort zahlen – viele Leser berührt diese Frage. Der neue Satzungsentwurf für die Elternbeiträge in Kindereinrichtungen der Stadt Templin fixiert zum Beispiel im Krippenbereich bei der Regelbetreuung schon ab einem Einkommen von 28  000 Euro den höchsten prozentualen Anteil von 6,799 Prozent des Einkommens als Elternbeitrag. Damit wären für das erste Kind 164,31 Euro fällig. Der absolute Höchstsatz läge im Krippenbereich bei 317,29  Euro (nach der alten Satzung 302,38 Euro). Der Mindestbeitrag betrug früher 22 Euro und künftig 30 Euro.

Wolfgang Hoffmann (WBv) hatte im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung angeregt, ob man nicht angesichts des niedrigen Gehaltsniveaus in Templin der Idee der SPD folgen und alle Eltern mit gleichem Prozentsatz zur Kasse bitten wolle. In diesem Fall würden vor allem Geringverdiener deutlich höher belastet, erklärte hingegen Fachbereichsleiterin Annette Nitschmann. Auf Elternbeiträge ganz zu verzichten, das könne sich die Stadt nicht leisten, hieß es. Schon jetzt seien nur die Höchstbeiträge von 317,29  Euro im Krippen-, 221,86 Euro im Kita- und 183,69 im Hortbereich
kostendeckend, erläuterte Templins Kämmerer Hartmut Arndt.