Imkerei als Hobby:

Honigmachen ist kein Zuckerschlecken

Dorit Bunke arbeitet gegenwärtig an einem besonders süßen Vergnügen. Sie schleudert den Honig aus den Waben, den die Bienenvölker in den vergangenen Wochen in der Tangersdorfer Heide Gramm für Gramm zusammengeschleppt haben.

Die Hobbyimker Hans-Joachim und Dorit Bunke ernten zurzeit jene süße Fracht, die ihre Bienen in der Tangersdorfer Heide eingesammelt haben.
Bernd Schilling Die Hobbyimker Hans-Joachim und Dorit Bunke ernten zurzeit jene süße Fracht, die ihre Bienen in der Tangersdorfer Heide eingesammelt haben.

Was letztlich goldgelb bis bernsteinfarben in die 500-Gramm-Gläser abgefüllt wird, das wissen die Kunden wegen seines dezent herben, würzigen und kräftigen Geschmacks als eine ganz besondere Delikatesse zu schätzen. Auch Ehemann Hans-Joachim, der Hobbyimker. „Honig – jeden Tag, nicht zu wenig und immer wieder gerne!“ lacht er und er freut sich über den zufriedenstellenden Ertrag der diesjährigen Anstrengungen seiner geflügelten „Haustiere“. Natürlich auch die eigene Arbeit inbegriffen. Schließlich muss der schwere zweiachsige Bienenwagen gut acht Kilometer weit zu seinem Standplatz in die Heide gefahren und regelmäßig zur Kontrolle aufgesucht werden. Unterstützt wird der Imker beim Hin– und Rücktransport von der Agrargenossenschaft Beenz, die ihm einen Traktor zur Verfügung stellt.

„Der Honig sitzt dieses Jahr zäh wie Hundeleder in den Waben“

Dass das Leeren der Waben, von denen noch Dutzende Rahmen voll in den gestapelten kistenartigen Honigsräumen warten, für seine Dorit ein Vergnügen ist, darf allerdings angezweifelt werden. Wenn man ihr in der mollig warmen, gefliesten „Honigwerkstatt“ eine Weile zugesehen hat, wird der Haken an der Sache auch deutlich. „Der Honig sitzt dieses Jahr zäh wie Hundeleder in den Waben“, formuliert der seit nunmehr 43 Jahren aktive Hobbyimker etwas drastisch, verschwommen bildhaft, aber sicher zutreffend. Das hängt mit dem geringen Wassergehalt des Honigs in den Waben zusammen und verdeutlicht auch, dass Wasser in der Phase des Heideaufenthalts der Bienen eher eine Mangelware war.

Da hilft nur Wärme

Laut „Teo“ Bunkes Wetterbilanz hat die Uckermark 2013 die meiste Sonne und den wenigsten Regen abbekommen. 23 Prozent Wassergehalt sind laut Honigverordnung zulässig. Der Jahrgang 2013 hat aber lediglich 18,2 Prozent, hat er mit dem Refraktometer ermittelt. Da hilft nur Wärme, um den Honig in den Waben locker zu machen, ihn zu überlisten. Der Imker hat dafür Hilfsmittel, zum Beispiel die Stippe, die im Imker-Bürokratendeutsch wunderschön Heidehoniglösmaschine heißt. Vor dem Schleudern müssen die Waben gestippt werden, das heißt in alle Zellen wird mit einer Art vielzinkigem Heizinstrument hineingestochen, um sie zu öffnen und den Honig durch Wärme - nicht zuviel - geschmeidig zu machen. „Das ist ein richtiges Geduldsspiel, denn ein Wabenrahmen enthält knapp 3000 Waben. Erst dann kann mit dem Schleudern begonnen werden“, erklärt Dorit Bunke.

In den Anfangsjahren ihrer Familienimkerei musste die Schleuder noch mit einer Handkurbel gedreht werden, erzählt sie. Heute kann sie in den Edelstahlbehälter vier Rahmen mit den geöffneten Waben einspannen, den Elektroantrieb einschalten, die Drehzahl und die Drehrichtung regulieren, bis der Honig herausgekleckert ist.

Auch Besucher können einiges lernen

Hans-Joachim Bunke ist einer der rund 25 Imker des Boitzenburger Imkervereins. Er hält 20 sogenannte Wirtschaftsvölker von je 50 000 Bienen und zehn weitere, die im Aufbau sind. Gelegentlich macht er sich zum „Reiseleiter“ in Sachen Imkerei, wenn interessierte Urlauberfamilien aus Rutenberg oder Schulklassen auf Ferienfahrt wissen wollen, wie der Honig in die Gläser kommt. In seinem Bienenwagen können sie hinter die Kulissen der Imkerei blicken und auch mal die Handkurbel einer alten Honigschleuder drehen. Und sie erfahren, was die Bienen machen, wenn sie im Herbst keinen Honig mehr sammeln. Dann nämlich muss der Imker für sie sorgen, damit sie kräftig und gesund über den Winter kommen. Mit einem Mittel gegen den bedeutsamsten Bienenschädling, die Varroamilbe, die als Parasit an Honigbienen lebt, wird Gesundheitsfürsorge betrieben, und mit 12 bis 13 Kilo Zuckerlösung je Bienenvolk werden die Honigsucher gefüttert. Schließlich sollen sie auch im nächsten Jahr reichlich Tracht aus Raps, Linden, Löwenzahn, Sonnenblumen, Akazien und Heidekraut in die Waben tragen.

 

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