Verwirrende Schilder:

Investitionen unterm Laub verborgen

In Templins Wäldern sorgen Schilder für Irritationen. Sie verheißen den kilometerlangen Ausbau von Waldwegen. Doch davon ist weit und breit nichts zu sehen. Und das soll auch noch gut so sein, meint zumindest der Stadtförster.

Schilder wie diese lassen Bautätigkeit der EU auf Templiner Waldwegen vermuten. Die meisten der Projekte sind jedoch bereits abgeschlossen.
Horst Skoupy Schilder wie diese lassen Bautätigkeit der EU auf Templiner Waldwegen vermuten. Die meisten der Projekte sind jedoch bereits abgeschlossen.

Kopfschüttelnd steht Axel Hübner vor dem Hinweisschild mitten im Wald. „Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete“ steht darauf. Auf einer Länge von über fünf Kilometern soll dort ein forstwirtschaftlicher Weg ausgebaut werden. Von irgendwelchen Investitionen ist auf dem Waldweg jedoch nichts zu erkennen. Einen Streich der Schildbürger vermutet der Templiner im wahrsten Sinne des Wortes hinter dieser Aktion.

„Wenn nichts zu sehen ist, dann ist das eigentlich genau richtig“, frohlockt Christian Hierdeis, Stadtförster in Templin. Denn der Wegebau, der dort erfolgte, sollte so sensibel wie möglich vorgenommen werden. Hinter der Information auf dem Schild, so erläutert er, verbirgt sich ein Projekt des Landes Brandenburg, das den vorbeugenden Waldbrandschutz zum Ziel hat und schon seit einigen Jahren läuft. Weil die Uckermark mit zu den am stärksten gefährdeten Waldbrandgebieten im Land gehört, wurden auch dort Waldwege ausgebaut.

Finanziert wurde und wird das Projekt weitgehend aus Mitteln der Europäischen Union (EU). „In Templiner Waldgebieten richten wir, je nachdem wie Haushaltsmittel verfügbar sind, vorhandene Waldwege so her, dass Schutzkräfte wie etwa die Feuerwehren mit ihren Fahrzeugen durchkommen“, erläutert der Stadtförster. Dabei werden Äste und Sträucher, die den Weg versperren, zu beseitigen, Löcher in den Wegen werden verfüllt. „Wenn jetzt das Laub auf den Wegen liegt, ist von den Arbeiten faktisch nichts mehr zu sehen“, sagt der Stadtförster.

Wer Fördermittel wie diese von der EU bekommt, der muss aber auch solche Schilder aufstellen, auf denen auf das Engagement der EU hingewiesen wird, ergänzt Christian Hierdeis. „Dazu sind wir verpflichtet.“ Selbst das Aussehen dieser Schilder ist genau festgelegt. Dabei würde ein kleines „e“ hinter dem Wort „investiert“ für weniger Irritationen bei aufmerksamen Waldwanderern sorgen. Ein Schelm, der einen Schildbürgerstreich dahinter vermutet.

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