600 Unterschriften gegen Streckenschließung:

Ist der Zug bereits abgefahren?

Immer das selbe Lied: Weil zu wenige Leute mit dem Zug fahren, streicht das Land die Strecken. Wo es aber nur unattraktive Angebote gibt, fahren eben nur wenige Leute mit dem Zug. Aus dieser Endlosschleife wollen Gemeinden in der Uckermark ausbrechen.

Ein seltenes Ereignis: Die Signale zur Einfahrt in den Templiner Bahnhof aus Richtung Eberswalde stehen auf Grün. Hier für einen Sonderzug aus Berlin.
Uwe Werner Ein seltenes Ereignis: Die Signale zur Einfahrt in den Templiner Bahnhof aus Richtung Eberswalde stehen auf Grün. Hier für einen Sonderzug aus Berlin.

 Mit dem Zug können Templiner schon lange nicht mehr nach Eberswalde fahren. Seit 2006 ist der Streckenabschnitt zwischen der Kurstadt und Joachimsthal für den Personennahverkehr verwaist. Das Land hatte entschieden, die Strecke aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Inzwischen verabschiedete es sich auch aus der Finanzierung der Kosten für die Ersatzbuslinie 515 Templin-Joachimsthal. Jetzt muss der Landkreis dafür bezahlen. Ein Unding findet nicht nur der Kurstädter  Egon Ulrich. Gemeinsam mit anderen Mitstreitern hat er 600 Unterschriften gesammelt, damit zwischen Templin und Joachimsthal wieder Personenzüge rollen. Das will auch die Stadt Templin. Dort gibt es einen Beschluss der Stadtverordneten dazu. Die Kurstadt wie auch die Gemeinden Milmersdorf und Temmen-Ringenwalde im Amtsbereich Gerswalde machen deshalb mit beim Projekt „Schorfheide mobil“. Die Infrastruktur in der Region Schorfheide zu verbessern verbindet sowohl Kommen und Gemeinden entlang der Bahnstrecke auf Uckermärker als auch Barnimer Seite.

Warum die Gemeinden attraktive Angebote im öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) brauchen, liegt auf der Hand. „Es gibt einfach die Befürchtung, dass sich das Land immer mehr aus der Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur zurückzieht. Das hat Folgen für die ländliche Region und auch für die touristischen Anbieter“, fasst Gerswaldes Amtsdirektor Andreas Rutter die Meinung in Milmersdorf und Temmen-Ringenwalde zusammen. Templins Bürgermeister Detlef Tabbert findet, dass der Bedarf seit 2006 wieder größer geworden ist. „Wir setzen uns deshalb gemeinsam mit dem Eberswalder Bürgermeister sowie den Verantwortlichen der an der Strecke liegenden Ämter für die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs ein.“

Um den Bedarf an öffentlichen Nahverkehrsmitteln in der Region Schorfheide genau zu ermitteln, soll neben der Auswertung der Fahrpläne jetzt auch eine Befragung von Touristikern, Ärzten und Gewerbebetrieben beginnen.

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