Kindgerechte Spielplätze fehlen:

Junge Mutter will Initiative für Familien starten

Elisabeth Hampel fühlt sich durch eine Fachtagung inspiriert und bestärkt. Sie möchte eine Initiative für junge Mütter, Väter und Familien starten. Was denen auf der Seele brennt, das weiß sie ganz genau - aus eigener Erfahrung.

Elisabeth Hampel kam bei einer Tagung auf die Idee.
Sigrid Werner Elisabeth Hampel kam bei einer Tagung auf die Idee.

„Die haben mir ziemlich aus der Seele gesprochen“, schwärmt Elisabeth Hampel aus Templin. Der jungen Mutter eines 14 Monate alten Sohnes geistert schon seit einiger Zeit die Idee im Kopf herum, eine Initiative für junge Mütter, Väter und Familien zu gründen. Just zu dieser Zeit begleitete sie eine Freundin ins Jugendhaus Villa, wo sie von ähnlichen Bestrebungen hörte. Jugendsozialarbeiterin Tamara Gericke schlug ihr vor, doch Nägel mit Köpfen zu machen und mal mitzukommen zum nächsten Fachtag „Kinder- und Jugendbeteiligung in Templin“.

Elisabeth Hampel hat es nicht bereut, sich einen ganzen Tag lang eine vermeintlich dröge Tagung ans Bein gebunden zu haben. Denn so trocken war die Sache trotz aller Referate gar nicht. Am meisten habe ihr die sogenannte Beteiligungswerkstatt gegeben, sagt sie. Ein Workshop, in dem in kleinen Runden einfach schon mal durchgespielt wurde, wie die Gründung einer solchen Initiative erfolgen könnte. Im Gespräch mit anderen ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern entstand so manche neue Idee.

Es mangelt an Angeboten

„Ganz wichtig: Ich konnte Kontakte knüpfen zu Vereinen und Leute, die ähnliches vor haben oder bereits praktizieren“, erzählt Elisabeth Hampel begeistert, die jetzt vor Elan sprüht. „Für Kinder von 0 bis 6 Jahren gibt es in Templin nicht wirklich viele Angebote“, sagt sie. Das Netzwerk gesunde Kinder sei eine tolle Sache. Jeden zweiten Freitag sucht sie selbst auch dort den Austausch mit Müttern und Vätern beim Familien-Frühstück, nutzt die Möglichkeit mit ihrem Sohn zum Baby-Schwimmen, besuchte Koch- und Erste-Hilfe-Kurse und bekam schon viele nützliche Tipps von Experten zur Babypflege und Kindererziehung. „Doch diese Angebote ranken sich alle fast ausschließlich um Kindergesundheit. Doch es gibt noch mehr, wofür sich junge Eltern interessieren“, glaubt Elisabeth Hampel und nennt nur den Bereich Freizeit.

Zum Beispiel sei es um kindgerechte Spielplätze besonders für die Jüngsten der Jüngsten  in der Stadt gar nicht so rosig bestellt, wie mancher glaubt, meint sie. Beispiele gefällig? Sitzschalen an Schaukeln, aus denen die Knirpse unter 3 Jahren herausrutschen, aber die Mamas zum Festhalten nicht mit raufpassen. Sprossen an Klettergerüsten die viel zu hoch und viel zu weit auseinander liegen, um die ersten Kletterversuche zu unterstützen, fehlende überdachte Spielmöglichkeiten für den Schlechtwetterfall, um Kindern wie Eltern gleichermaßen soziale Kontakte zu ermöglichen, wenn die Kinderbetreuung zu Hause erfolgt.

Vandalismus auf Spielplätzen

Und dann der Trend der Wohnungsverwaltungen, zum Schutz vor mutwilliger Zerstörung Spielplätze abzuschließen… Andererseits der nicht beizukommende Vandalismus auf eigentlich schönen Spielplätzen an der Kurmeile. „Ich denke da nur an den fehlenden Gullideckel auf der Spielwiese, Scherben und Graffiti auf dem erneuerten Spielplatz im vorderen Bereich der Kurmeile“, erinnert Elisabeth Hampel. Der schöne Holzspielplatz sei soweit abgelegen, dass allein die Entfernung oft schon die zeitliche  Belastbarkeit von Eltern und Kind sprenge, um dorthin zu gelangen.

Elisabeth Hampel sucht jetzt gemeinsam mit dem Jugendhaus Mitstreiter, die den Wünschen junger Eltern verstärkt eine Stimme geben und zusätzliche Freizeitangebote schaffen: Sportgruppen für Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, Bastelgruppen, musikalische Beschäftigung, ohne dass die Eltern immer gleich den großen Geldbeutel zücken müssten. Denn viele junge Eltern können in dieser Phase ihres Lebens ihren Unterhalt leider noch nicht selbst bestreiten.

Was denken Sie? Gibt es in Templin zu wenig Angebote für junge Kinder? Schreiben Sie uns einen Kommentar.

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Kommentare (3)

Es gibt auf jeden Fall zu wenig Angebote für kleine Kinder. Bin selbst mutter einer 13 monate alten Tochter. Sport oder musikgruppen wären toll

Ich finde es ja toll das es Mütter und Väter gibt die sich besonders in den jungen Jahren des Kindes sich sorgen. Aber wer soll das bezahlen ihre Vorstellungen von alles muss besser werden? Ich bin 1982 geboren und bin mitn Stock und ein Lappen als Spielzeug zuerst groß geworden. Templin hat echt schlimmere Fälle zu lösen. Frohe Weihnachten

Ich begrüße das Engagement der jungen Mutter und wünsche ihr viel Erfolg. Zur Finanzierung z.B. hätte die Stadt das Bettenhaus für einen symbolischen Preis an die WBG übertragen können. Sie hätte damit die nun entstehenden Abrisskosten u.a. für solche Projekte einsetzen können. Oder meinst Du mit: "schlimmere Fälle", wie etwa den "wunderschönen" Brunnen an der Kirche?