Marodes Bauwerk:

Kann Templins Hyparschale gerettet werden?

Bislang fehlte es am Geld, um den Verfall des Baudenkmals zu stoppen. Jetzt kann die Stadt mit Fördermitteln rechnen und damit das Schlimmste verhindern. Was künftig aus dem Gebäude werden soll, steht jedoch noch nicht fest.

In diesem Zustand präsentiert sich die denkmalgeschützte Hyparschale im Templiner Bürgegarten.
Michaela Kumkar In diesem Zustand präsentiert sich die denkmalgeschützte Hyparschale im Templiner Bürgegarten.

Seit der Wende bröckelt die Hyparschale im Templiner Bürgergarten vor sich hin: überzogen von Graffiti, löchrig und mit unübersehbaren Spuren von Vandalismus. Der traurige Anblick des Gebäudes, das zu DDR-Zeiten mit dem daneben liegenden Gaststättenkomplex zum FDGB-Ferienheim „Salvador Allende“ gehört hat, sorgt immer wieder für Gesprächsstoff bei Templinern. Längst ist es fünf nach zwölf, um die unter Denkmalschutz stehende Hyparschale noch zu retten. Entstanden war sie nach Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther. Bereits 2011 hatten Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin gemeinsam mit ihrem Professor, dem Uckermärker Dr. Dirk Werner, auf den Ernst der Lage hingewiesen. Sie analysierten das Baudenkmal während eines Projekts in Templin.

73 000 Euro werden sehnsüchtig erwartet

Alle Bemühungen der Stadt, den Verfall der Hyparschale aufzuhalten, sind bislang am Geld gescheitert. Denn ohne Fördermittel wird sich das nicht bewerkstelligen lassen, sagt Thekla Seifert, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung. Sie ist deshalb froh, dass sich jetzt sozusagen Licht am Ende des Tunnels abzeichnet. 73 000 Euro aus dem Bundesförderprogramm zum Erhalt nationaler Denkmäler sind angekündigt. Die Chancen stehen außerdem gut, Zuwendungen vom Land zu erhalten. Um ihren Eigenanteil hat sich die Stadt ebenfalls gekümmert. „Die Fördermittelbescheide sind zwar noch nicht da, aber wir gehen davon aus, dass wir sie bald bekommen“, sagt Thekla Seifert.

Durch das Dach rieselt das Wasser

Dann würde der notwendigen Sicherung des Gebäudes nichts mehr im Wege stehen. Besonders dringend ist das im Dachbereich. „Er ist mittlerweile so beschädigt, dass Wasser ungehindert ins Innere eindringen kann“, erklärt die Fachbereichsleiterin. Sollte dann noch Geld übrig sein, wolle man die Fassade wenigstens provisorisch schließen. Über alle notwendigen Arbeiten soll ein sogenanntes Leistungsverzeichnis erarbeitet werden, damit sie noch in diesem Jahr erledigt werden könnten.

Suche nach neuem Nutzer

In eine leere Hülle will die Stadt natürlich nicht investieren. Parallel zur Sicherung läuft daher die Suche nach neuen Nutzungsideen. Es hat Gespräche mit dem Deutschen Jugendherbergswerk gegeben, das ein ernsthaftes Interesse an der Hyparschale samt dem angrenzenden Wirtschaftstrakt im Bürgergarten gezeigt hat. Erste Planungen dazu wurden den Templiner Stadtverordneten bereits im vergangenen Jahr vorgestellt.