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Keine Münzen in der Kirchturmkugel

Bekrönungen offenbaren in der Regel kleine Schätze. Auch in Hindenburg waren die Erwartungen groß, als am Montag Kugel und Wetterfahne nach 64 Jahren vom Kirchturm geholt wurden.

Tino Hirsch und Frank Rutenberg löten vorsichtig die Hülse auf, die einst der Vater von Wilfried Krügers (von rechts) 1957 sorgsam verschlossen hatte.
Sigrid Werner Tino Hirsch und Frank Rutenberg löten vorsichtig die Hülse auf, die einst der Vater von Wilfried Krügers (von rechts) 1957 sorgsam verschlossen hatte.

Das Dach des Hindenburger Kirchturmes muss saniert werden. Regenwasser kann dort ungehindert durch das lädierte Dach dringen. Jetzt ist der Kirchturm eingerüstet, Handwerker stehen in den Startlöchern. Doch am Montag verfolgten Gemeindeglieder und Neugierige zunächst, wie die Bekrönung mit Kugel und Wetterfahne von der Kirchturmspitze heruntergeholt und geöffnet wurde.

Handwerker, Pfarrer, Gemeindekirchenrat und Dorfbewohner waren gespannt, welche Schätze die Hülse aus der Kugel bergen würde. Zum Vorschein kamen allerdings keine Münzen, wie erwartet, dafür alte Zeitungen, Beschreibungen von Handwerkern, Pfarrern und Gemeindekirchenräten, die ein Bild von der jeweiligen Zeit, kurz vor dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg zeichneten.

1951 war die Bekrönung des Kirchturms das letzte Mal bei Sanierungsarbeiten heruntergenommen worden. Damals enthielt die Kupferhülse auch ein paar Münzen, weiß die Hindenburgerin Elfriede Beckert. Im nächsten Jahr soll der Kirche nach umfangreicher Turmsanierung die Bekrönung wieder aufgesetzt werden. Und wenn das Geld reicht, erklingt vielleicht erstmals seit vielen Jahren auch die Glocke der Kirche wieder, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr bewegt werden durfte.