Bildung in der Uckermark:

Kids warten auf Euro-Regen

Der Fördertopf des Bildungs- und Teilhabepaket ist in der Uckermark noch halb voll. Fast eine Million Euro sind übrig. Versickert das Geld jetzt im Kreishaushalt, oder kommt es dort an, wo es hin gehört, bei den Kindern?

Von wegen Kleingeld. Fast eine Million Euro sind aus dem Bildungs- und Teilhabepaket übrig. Bis Ende des Jahres soll entschieden werden, wie es uckermärkischen Kindern zu Gute kommen kann.             
Jens Schierenbeck/dpa Von wegen Kleingeld. Fast eine Million Euro sind aus dem Bildungs- und Teilhabepaket übrig. Bis Ende des Jahres soll entschieden werden, wie es uckermärkischen Kindern zu Gute kommen kann.  

Geld für den Nachwuchs, das der Staat für sozial schlecht Gestellte zur Verfügung stellt, und trotzdem wird der Fördertopf nicht leer? Kaum zu glauben, aber wahr:  Entweder war die bürokratische Vorgabe (obwohl es nur ein einseitiges, einziges Antragsblatt gibt und die Mitarbeiter des Jobcenters sogar beim Ausfüllen des Antrages helfen) zu kompliziert, das Schamgefühl zu groß oder das Wissen um diesen Fördertopf zu gering. Darüber lässt sich nur spekulieren. Fest steht, im Landkreis Uckermark standen zum Beispiel im letzten Jahr 2,16 Millionen Euro zur Verfügung, gut die Hälfte (1,18 Millionen Euro) wurde nur in Anspruch genommen.

Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung soll helfen, dass auch Kinder und Jugendliche aus armen Familien an Klassenfahrten und Ferienausflügen teilnehmen, Sport- und Musikangebote nutzen, sich Taschenrechner, Tuschkasten und Schulranzen kaufen können. Auch einen Zuschuss zum Mittagessen gibt es.

Was passiert mit dem Rest, wenn der Bund es nicht zurückfordert? „Versickert“ es im ebenfalls recht bedürftigen Kreishaushalt? Das war die große Sorge des Bundes- und KreistagsabgeordnetenJens Koeppen (CDU), der damit die Kreisverwaltung immer wieder konfrontierte.

Nun bestätigte Landrat Dietmar Schulze (SPD) im Kreistag, dass die Rücklage der nicht genutzten Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets des Jahres 2012 zum Jahresende 2013 aufgelöst wird. Die Höhe der Rücklage beträgt annähernd eine Million Euro. Der Kreistag wird über die Verwendung der Mittel für Kinder- und Jugendprojekte entscheiden.

Nun fordert Koeppen natürlich, dass dieses Geld auch den Kindern und Jugendlichen im Landkreis zugute kommt, wie es ja die Bundesregierung ursprünglich beabsichtigt hatte. „Durch die höchstrichterliche Rechtsprechung ist der Landkreis quasi verpflichtet, die Bildungs- und Teilhabemöglichkeit für Kinder aus sozialschwachen Elternhäusern zu verbessern. Wir brauchen interessante Projektvorschläge, damit möglichst viele der bedürftigen Kinder der Uckermark von der Unterstützung profitieren können. Sportvereine, Lerninitiativen, Musikschulen und Sozialarbeiter sind für uns Ansprechpartner bei der Projektauswahl.“

Koeppen fordert, dass der Landrat einen Runden Tisch ins Leben ruft, um die Chance zu nutzen, mit dem Geld etwas für bedürftige Kinder zu bewegen. Bisher ist seitens des Landrats vorgesehen, dass durch die Verwaltung bis Dezember Vorschläge für den Mitteleinsatz erarbeitet und im Kreistag anschließend darüber abgestimmt wird.

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