Geruchsbelästigung:

Klosterwalder hat die Nase voll

Ein Agrarbetrieb brachte auf einem Acker Gärreste aus Schwedt aus. Die hatten eine ganz besondere Note. Ein Anwohner ist so genervt, dass er ein Protestschild in seinem Garten aufgestellt hat.

Roberto Pfahl hat sich über den Gestank mächtig geärgert. Un dabei ist er auf dem Land aufgewachsen.
Sigrid Werner Roberto Pfahl hat sich über den Gestank mächtig geärgert. Un dabei ist er auf dem Land aufgewachsen.

Etwa anderthalb Wochen stank es in Klosterwalde. Mehrere Einwohner fanden das unzumutbar. Der eine oder andere musste seine Wäsche nach dem Trocknen an der Luft gleich wieder in die Waschmaschine stopfen, hieß es im Ort. Den Klosterwalder Roberto Pfahl, in Rutenberg auf einem Bauernhof aufgewachsen, stank die Sache so mächtig an, dass er ein Protestschild in seinem Vorgarten aufstellte. Er sei mit landwirtschaftlichen Gerüchen vertraut und toleriere dies, aber dieser Gestank sei einfach unerträglich gewesen. „Man konnte nicht mehr draußen sitzen und Kaffeetrinken. Sofort hatte man so einen pelzigen Geschmack auf der Zunge“, sagte er.

Gleich hinter dem Dorf hatte der Landwirtschaftsservicebetrieb von Gerhard Masche die Felder für die Maisbestellung vorbereitet. „Wir haben extra den Zeitraum zwischen Ostern und dem 1. Mai-Wochenende ausgewählt, um die Leute nicht an Feiertagen zu belästigen“, sagte Masche auf Nachfrage. Aber Düngung müsse sein.

Wenn der Wind ungünstig weht ...

Auf den 80 Hektar habe man Gärreste aus einer Biogasanlage in Schwedt, die Rückstände aus der Biokraftstoffproduktion verwerte, ausgebracht. Die riechen schon nicht mehr so intensiv wie die frühere Schlempe, findet Masche. Und erst recht nicht so penetrant wie Schweinegülle.

Aber bei 80 Hektar Ausbringungsfläche sei die Arbeit eben nicht an einem Tag zu schaffen. Man komme auf zehn bis 12 Hektar pro Tag, so Gerhard Masche. „Mehr als - wie vorgeschrieben - noch während des selben Tages die Gärreste einzuarbeiten, können wir nicht tun“, sagt er. Dass begünstigt durch die allgemeine Trockenheit, das Erdreich auf dem Feld unterwegs sei und der Wind die zugegeben unangenehmen Gerüche Richtung Dorf trug, das lasse sich kaum beeinflussen. Irgendwann müsse ja die Saat in den Boden. Das sei eben Landwirtschaft.

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