Neue Verordnung ab Oktober:

Kormorane dürfen weiter abgeschossen werden

Den Umgang mit dem umstrittenen Vogel an Fischereigewässern regelt eine neue Landesverordnung. Nächsten Monat tritt sie in Kraft. Aber was bedeutet das für den Naturpark Uckermärkische Seen?

Junge Kormorane im Nest – im Naturpark Uckermärkische Seen gibt es zwar einige Brutversuche, aber keine große Kolonie.
Landesfischereiverband Junge Kormorane im Nest – im Naturpark Uckermärkische Seen gibt es zwar einige Brutversuche, aber keine große Kolonie.

„Die hier vorkommenden Kormorane sind ganz sicher verkraftbar“, betont Norbert Bukowsky vom Naturpark Uckermärkische Seen. Er verweist darauf, dass die Zahl der Brutpaare in Brandenburg in den letzten Jahren zurückgegangen sei. Statistiken gehen von gegenwärtig rund 1800 Paaren aus, vor einigen Jahren waren es noch 1000 mehr. Schuld daran sei unter anderem der Waschbär. Doch auch in dieser geringeren Anzahl sei der Bestand der schwarzen Vögel nicht gefährdet.

Am Kormoran scheiden sich seit Jahren die Geister. In Brandenburg regelt eine spezielle Kormoranverordnung den Umgang mit dem umstrittenen Tier. Sie sieht unter anderem vor, dass Kormorane an Teichanlagen und an Binnengewässern außerhalb der Brutzeit abgeschossen werden dürfen. Die aktuelle Verordnung läuft am Ende des Monats aus. „Damit konnten alle Seiten gut leben, sie war ein Kompromiss, der gut funktionierte“, sagte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin (LFVB), bei einem Besuch in Lychen. Der Verband hatte deshalb seit Monaten vom brandenburgischen Umweltministerium gefordert, die Verordnung zu verlängern.

Kurz vor Ultimo kündigte das Umweltministerium Ende vergangener Woche eine neue Regelung ab dem 1. Oktober an. Danach ist der Abschuss der Kormorane mit den bisher geltenden Einschränkungen auch weiterhin möglich. Der Fischereiverband begrüßte sie umgehend, da sie „endlich die nötige Rechtssicherheit für Fischereiberechtigte und Teichwirte“ schaffe, die ihre Fischbestände auch weiterhin gegen massive Schäden durch Kormorane schützen müssen“, wie es heißt. Als Beispiel nennt der Verband, dass allein im deutschen Einzugsgebiet der Elbe Kormorane jährlich mehr als eine halbe Million Aale fressen würden. 2012 sind in Brandenburg 1073 Kormorane abgeschossen worden, 90 Prozent davon an Teichwirtschaften.

Im Naturpark Uckermärkische Seen sieht das anders aus. Dort werden sie nicht abgeschossen. Bei der Uckermark Fisch GmbH, die insgesamt 80 Seen bewirtschaftet, wurde kein Kormoran abgeschossen. „Unsere Gewässer liegen fast ausnahmslos in Schutzgebieten. Außerdem sind die Probleme an den Fischzuchtteichen  wesentlich größer als hier bei uns“, erläutert Geschäftsführer Jürgen Bukow.

Ähnlich ist der Tenor bei Uwe Krempig von der Seenfischerei Krempig in Beenz. „Es sind hier mal mehr, mal weniger Kormorane“, sagt der Fischer, im Wesentlichen beobachte er sogenannte Durchzügler, also Vögel, die ihr Brutrevier woanders haben. Trotzdem begrüßen beide die neue Verordnung. Sie sei ein deutliches Zeichen der Landesregierung, dass die wirtschaftlichen Interessen der Fischer ernst genommen werden. 

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