Die Misteln waren schuld:

Kritik an Fällung von fünf gesunden Linden

In der Prenzlauer Allee in Templin wurden fünf alte Linden abgesägt. Der Einwohner Klaus-Dieter Kleiß findet, dass man sie durchaus noch hätte retten können. Baumpflege sieht anders aus, sagt er. Diese Kritik ist unberechtigt, reagiert Templins Stadtgärtnerin.

Die Stämme der Linden zeigen keine Schäden. Trotzdem gab es Probleme mit den Bäumen, sagen Fachleute.
Klaus-Dieter Kleiß Die Stämme der Linden zeigen keine Schäden. Trotzdem gab es Probleme mit den Bäumen, sagen Fachleute.

Templin rühmt sich damit, die Stadt der 1000 Linden zu sein. Auch deshalb hat Anwohner Klaus-Dieter Kleiß kein Verständnis, dass in der Prenzlauer Allee jetzt fünf Linden gefällt wurden. „Da hat jemand offenbar ganze Arbeit geleistet. Wer einen Blick auf die Stämme wirft, der wird vergeblich Ausschau nach irgendwelchen Schäden halten. Es ist nichts zu sehen“, ärgert sich der Templiner.

Aus seiner Sicht haben es sich diejenigen, die in der Stadt die Baumschauen durchfuhren, zu einfach gemacht. „Es stimmt, dass sich an den Linden Misteln gebildet hatten. Statt aber gleich eine Fällung in Auftrag zu geben, hätte man sich auf andere Maßnahmen der Baumpflege besinnen sollen. Ein sogenannter Kronenschnitt wäre doch auch möglich gewesen.“ Klaus-Dieter Kleiß hat den Eindruck, immer häufiger und schneller zur Säge gegriffen wird.

Stadtgärtnerin Swetlana Ginter reagierte auf die Kritik. Von vorschnell die Säge angesetzt haben könne keine Rede sein, sagte sie auf Nachfrage. „Für die Bäume gab es schon vor zwei Jahren eine Fällgenehmigung. Erteilt wurde sie von der unteren Naturschutzbehörde“, erklärte sie. Grund war der starke Mistelbefall. „Das ist nie ein gutes Zeichen. Misteln sind Halbschmarotzer, entziehen dem Baum Nährstoffe und Wasser. Äste, an denen Misteln hängen, können schnell abbrechen. Das ist nicht ungefährlich bei Bäumen, die an einer Straße stehen.“ Trotzdem habe man die Misteln entfernt und durch besagten Kronenschnitt versucht zu erreichen, dass die Linden neu austreiben. „Linden verkraften diese baumpflegerische Maßnahme eigentlich gut. In diesem Fall leider nicht, es bildeten sich wieder neue Misteln.“

Nach einem weiteren Vor-Ort-Termin mit Johanna Kiewitt, sachverständige Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, wurde entschieden, die Bäume doch zu fällen, ließ die Stadtgärtnerin wissen. Ingesamt waren es fünf, alle um die 80 Jahre alt. „Das Unternehmen Stabenow & Partner erhielt den Auftrag dazu.“ Damit der Alleecharakter der Prenzlauer Allee erhalten bleibt, sollen fünf neue Linden gepflanzt werden, sagte Swetlana Ginter.

 

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