Staatsschutz ermittelt:

Kursleiterin von drei Männern attackiert

In der Villa 2.0 kam es am Mittwochabend zu einem Übergriff auf eine 62-jährige Frau. Die Täter bedrängten und verängstigten sie. Bevor sie verschwanden, hinterließen sie NPD-Flyer.

Wir sind ein offenes Haus, aber kein Ort für Nazis, sagt Tamara Gericke, die Leiterin des Jugendhauses Villa 2.0 in Templin nach dem Übergriff dreier Männer auf eine Kursleiterin des Kunstvereins.
Sigrid Werner Wir sind ein offenes Haus, aber kein Ort für Nazis, sagt Tamara Gericke, die Leiterin des Jugendhauses Villa 2.0 in Templin nach dem Übergriff dreier Männer auf eine Kursleiterin des Kunstvereins.

Ein Übergriff auf eine Frau im Templiner Jugendhaus "Villa 2.0" beschäftigt die Polizei in der Uckermark. Polizeiangaben zufolge wollten am Mittwoch gegen 21.15 Uhr drei unbekannte deutsche Männer mittleren Alters in das Haus, dass bereits geschlossen war. Eine Kursleiterin des Templiner Kunstvereins, der über Räume im Jugendhaus verfügt, versuchte, die Männer abzuweisen. Ohne Erfolg.

Die Männer stellten Fragen zu den im Haus verkehrenden Asylbewerbern. Als die 62-Jährige darauf nicht antworten konnte, bedrängten und schüttelten die Männer die Frau, beschädigten ihr Handy und ließen sie anschließend verängstigt zurück. Beim Hinausgehen verteilten sie NPD-Flyer im Haus.

Anzeige erstattet

Noch am selben Abend erstattete eine Mitarbeiterin des Jugendhauses Anzeige wegen Hausfriedensbrauchs, Sachbeschädigung und Körperverletzung, bestätigte Ingo Heese, Sprecher der Polizeidirektion Ost. Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln jetzt in dem Fall.

In der Villa 2.0 treffen sich seit Aufnahme von Flüchtlingen in Templin regelmäßig einheimische Jugendliche und junge Leute aus der Flüchtlingsnotunterkunft. Vom Jugendhaus aus organisiert die Templiner Willkommensinitiative ehrenamtlich Hilfsangebote für die Neuankömmlinge und Begegnungen von Templinern mit den Geflüchteten.

EM-Kurier digital: 6 Wochen lang zum Sonderpreis lesen!