Nicht mal jeder Fünfte greift zum E10-Sprit:

Ladenhüter an der Zapfsäule

Nach der viel diskutierten Einführung des Kraftstoffs mit dem zehnprozentigen Ethanolzusatz ist es ruhig geworden um „E10“. Es gibt ihn an jeder Tankstelle. Doch die holprige Einführung vor dreieinhalb Jahren hat bis heute Spuren hinterlassen.

E10-Benzin bleibt ein Ladenhüter, obwohl der Kraftstoff günstiger als Superbenzin ist.
T. Lemke E10-Benzin bleibt ein Ladenhüter, obwohl der Kraftstoff günstiger als Superbenzin ist.

„Der Absatz von E10 funktioniert an dieser Tankstelle ganz gut, es gibt viele, die immer oder wenigstens von Zeit zu Zeit zu diesem Kraftstoff greifen“, schätzt Katrin Krumnow von der HEM-Tankstelle in Lychen ein. Super und Super E10 würden dort etwa gleich viel gefragt. 20 Kilometer weiter bei Aral in Templin ein anderes Bild. „E10 wird eher selten getankt, viel weniger als das herkömmliche Superbenzin“, sagt Stationsleiterin Madeleine Schulz, die einräumt, dass auch in den Tank ihres Autos nur das teurere Super kommt. „Ich will einfach sicher gehen, man hatte ja bei der Einführung so viel in den Medien gehört.“

Als Anfang 2011 das neue Superbenzin mit zehn Prozent Ethanol aus Agrarprodukten eingeführt wurde, hatten Automobilverbände, Hersteller und Importeure zur Vorsicht beim E10-Tanken gemahnt, weil der Kraftstoff die Motoren schädigen könne.

Keine Motorschäden bekannt

„Uns ist kein einziges Auto bekannt, dass irgendwelche Schäden hatte, weil E10 getankt wurde“, sagt Kfz-Mechaniker Dirk von Zweydorff aus der Prenzlauer Autowerkstatt in der Schenkenberger Straße. Er bestätigt damit Aussagen des Automobilclubs ADAC, der deutschlandweit keinen Fall verzeichnet habe, bei dem der Agrosprit die befürchteten Motorschäden verursachte.

Und trotzdem trauen die Deutschen dem Agrosprit noch immer nicht. Der Anteil von E10 am Benzinmarkt liegt nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft heute bei 15,5 Prozent. Während der Absatz von herkömmlichem Super und SuperPlus stagniere, sei der von E10 im ersten Halbjahr 2014 um 5,7 Prozent angestiegen. Bei der Einführung hatten die Mineralölkonzerne damit gerechnet, dass der Anteil schnell bei 80 Prozent und mehr liegt.

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