Lohndumping:

Landkreis klagt erneut gegen Pizzabäcker

Einmal hatte das Jobcenter schon Recht erhalten, mit einer Klage gegen einen Pizzaservice. Damit setzte die Uckermark über Landesgrenzen hinaus ein deutliches Achtungszeichen. Nun zieht der Landkreis erneut vor Gericht.

Jeder, der eine Pizza bestellt, möchte diese lecker, heiß und möglichst preiswert geliefert bekommen. Doch derjenige, der dabei draufzahlt, ist oft der Pizzafahrer.
Arno Burgi Jeder, der eine Pizza bestellt, möchte diese lecker, heiß und möglichst preiswert geliefert bekommen. Doch derjenige, der dabei draufzahlt, ist oft der Pizzafahrer.

Uckermark-Landrat Dietmar Schulze bestätigt dem Uckermark Kurier, dass der Landkreis erneut gegen den Pizzaservice aus der Uckermark vorgehen werde, mit dem man sich bereits einmal vor Gericht getroffen habe. Nunmehr habe man die Entlohnung von Mitarbeitern einer Templiner Filiale im Visier.

Der Landkreis war erst im Frühherbst durch ein Gerichtsurteil in seinem Vorgehen gegen sittenwidrige Löhne, die mindestens ein Drittel unter dem ortsüblichen Niveau liegen, bestärkt worden. Das Jobcenter hatte die Rückzahlung von Aufstockerhilfen eingeklagt und in erster Instanz Recht erhalten.Der Pizza-Service aus der Uckermark sei jedoch  gegen das Urteil in Berufung gegangen, das Urteil sei damit noch nicht rechtskräftig, so der Landrat.

Das Jobcenter hatte insgesamt 21 Fälle recherchiert, in denen Firmen sittenwidrige Löhne zahlten. Etliche von ihnen haben inzwischen, ohne zu klagen, eingelenkt und entlohnen jetzt ortsüblich.

Landrat Dietmar Schulze nennt die Schmerzgrenze:  Der Landkreis und sein Jobcenter werden Neueinstellungen in Firmen künftig nur noch begleiten, wenn die Stundenlöhne mindestens fünf Euro betragen.

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