Bröckelnde Denkmäler:

Lenin sagt in Templin wohl bald "goodbye"

In der Kurstadt hat die Diskussion darüber begonnen, wie und ob Gedenksteine neugestaltet werden sollen. Dazu gibt es erste Vorschläge. Bei einigen Ehrenmalen besteht Handlungsbedarf, weil die Bausubstanz bröckelt.

Das Denkmal für Verfolgte des Naziregimes in der Templiner Bahnhofstraße steht auf der Denkmalliste. Es muss dringend saniert werden.
Birgit Bruck Das Denkmal für Verfolgte des Naziregimes in der Templiner Bahnhofstraße steht auf der Denkmalliste. Es muss dringend saniert werden.

Die Tage des Lenin-Denkmals im Templiner Bürgergarten scheinen gezählt. Die Mitglieder des Bildungs- und Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung haben empfohlen, das aus Beton gegossene Ensemble abzureißen. Der Platz sollte freigehalten werden, um eine Platte einzulassen, die an das Denkmal erinnert, oder aber um dort den Parisiusgedenkstein zu platzieren, der bereits im Bürgergarten steht.

Über die Gestaltung der Denkmäler in der Stadt ganz sachlich neu nachzudenken, hatten die Stadtverordneten bereits im Sommer beschlossen. Jetzt ist die Diskussion darüber eröffnet: Am Lenin-Gedenkstein, 1970 im Betonwerk Milmersdorf gegossen, besteht mittlerweile Handlungsbedarf. Die Treppen sind nicht mehr in Ordnung. Vom Obelisk haben sich Platten gelöst. Mit Denkmalstürmerei hat der im Ausschuss favorisierte Abriss nichts zu tun, findet der CDU-Stadtverordnete Thomas Neumann.

„Wir müssen uns aber gut überlegen, wem wir in der Stadt ein Denkmal erhalten wollen“, argumentierte er. Anfreunden können sich die Ausschussmitglieder mit einem Vorschlag von Bürgermeister Detlef Tabbert, das von einem Templiner Künstler geschaffene Lenin-Relief aufzubewahren.

Das Lenin-Ensemble steht übrigens nicht auf der Denkmalliste, genauso wenig wie der Gedenkstein im Thälmann-Hain, der 1967 in der Prenzlauer Allee errichtet wurde. Dessen Abriss steht nicht zur Debatte, genauso wenig wie der des Denkmals von Karl Marx in der Röddeliner Straße. Christian Hartphiel (SPD) plädierte aber dafür, eine Hinweistafel mit Informationen über die Person Ernst Thälmann aus heutigem Blickwinkel aufzustellen. „Nicht jeder kann heutzutage noch etwas mit diesem Namen anfangen“, sagte er.

Schnell passieren muss hingegen etwas am Denkmal für die Verfolgten des Nazi-Regimes in der Bahnhofstraße. Eingeweiht wurde es am 11. Dezember 1950 zu Ehren der Widerstandskämpfer gegen den Faschismus in Templin. „Es befindet sich in einem völlig maroden Zustand“, informierte Ursula Heise aus der Stadtverwaltung. Die Stadt habe sich deshalb an den Verband der Verfolgten des Naziregimes in Potsdam gewandt. „In diesem Gespräch haben wir erfahren, dass es ist nicht möglich ist, die Anlage bei einer Neugestaltung heutiger Denkmalkultur anzupassen.“ Jetzt soll geklärt werden, wie viel die Sanierung kostet und wie sie finanziert werden soll. Darüber hinaus habe sich die Stadt an Holger Losch, Religionslehrer am Gymnasium, gewandt. Vielleicht können sich Templiner Gymnasiasten in die Neugestaltung einbringen, so Ursula Heise.

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