Ausgefeiert:

Letztes Solo vom Partykönig

Eine Ära geht zu Ende. Lothar Eickmann veranstaltet am 5. Oktober seine letzte Feier in Gerswalde. Der Gastwirt blickt mit Wehmut auf viele gelungene Veranstaltungen zurück.

Das letzte Dorffest von Lothar Eickmann (63) findet am 5. Oktober statt: "Ich werde es vermissen".
Benjamin Vorhölter Das letzte Dorffest von Lothar Eickmann (63) findet am 5. Oktober statt: "Ich werde es vermissen".

Die Bühne ist samt Schlagzeug aufgebaut, die Dekoration hergerichtet und die Zapfsäule betriebsbereit. Der riesige Heizungslüfter am Eingang wartet auf seinen Einsatz. Den Partygästen soll schließlich nicht kalt werden in der Deutschlandhalle. Dort steigt am Sonnabend in Gerswalde ab 20 Uhr das Herbstfest. Es wird die letzte Veranstaltung von Lothar Eickmann sein. 22 Jahre hat er regelmäßig Dorffeste veranstaltet. Jetzt dankt der Partykönig von Gerswalde ab.

Angefangen hat alles in den 1990er Jahren. Nach der Wende betrieb Eickmann einen Verkaufsladen mit Imbiss in der Buchholzer Straße. Daraus entstand nach einem Jahr eine Gaststätte. Als Gastwirt fiel es ihm nicht schwer, seiner großen Leidenschaft nachzugehen. „Feste organisieren und Partys schmeißen, das ist seine Welt“, sagt seine Frau Sylvia. Von den ersten Straßenfesten bis zur Herbstfete am Sonnabend, die Gerswalderin war stets mit dabei. Auch als ihr Mann damals zum Freilichtkino einlud – „Jurassic Park“ im Garten hinter der Gaststätte. „Da kamen die Leute mit ihren eigenen Stühlen vorbei.

 Mitte der 1990er Jahre verlief die Organisation der Feste einfacher. Die Gemeinde Gerswalde hatte die Scheune ("Deutschland-Halle") gekauft und pro Monat an Lothar Eickmann vermietet. „Da habe ich von Mai bis September Feste veranstaltet, immer mit verschiedenen Musikbands und Höhepunkten wie Travestie-, Mode-, Schlangen-, Feuer- und Erotikshows. Die Halle war stets proppe voll“, sagt der 63-Jährige. In Zukunft kann er das Gebäude nicht mehr mieten. Die Montagebaufirma Scharlau hat sie gepachtet. Daher steigt am Sonnabend die letzte große Fete.

„Ich werde es vermissen“, sagt der Hobby-Schlagzeuger, der am Sonnabend noch einmal zu den Trommel-Stöcken greifen will. Der Rücktritt fällt ihm schwer. „Ich bin zufrieden, dass er langsam kürzer tritt. Was will er denn noch?“, meint hingegen seine Frau Sylvia. 

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