Proteste gegen Mautflüchter:

Lkw-Fahrer fordert Verständnis von Demonstranten

Die Proteste von Uckermärkern gegen nächtlichen Lkw-Lärm auf der Landesstraße 15 treffen die Fahrer der Trucks. Ein Lkw-Fahrer rückt jetzt die Diskussion in ein anderes Licht.

Bernd Bechert ist als Lkw-Fahrer Tag und Nacht unterwegs, damit die Leute in den Geschäften frische Lebensmittel vorfinden.
Christina Strempel Bernd Bechert ist als Lkw-Fahrer Tag und Nacht unterwegs, damit die Leute in den Geschäften frische Lebensmittel vorfinden.

Dreimal schon gingen Bürger sonntagnachts auf die Straße und stoppten mit Demonstrationen Laster auf der Landesstraße 15. Sie protestieren damit gegen einen zunehmenden Lkw-Verkehr in ihren Orten, der ihnen den Schlaf raubt und Schäden an ihren Häusern verursacht. Jetzt meldete sich ein ehemaliger Boitzenburger zu Wort, der mehr Verständnis von den Demonstranten fordert. „Viele Leute in Boitzenburg, Lychen und Hardenbeck schimpfen über die Lkw-Fahrer, die nachts durch stille Dörfer donnern. Aber sie wissen gar nicht, wie das System funktioniert“, ärgert sich Bernd Bechert. Er ist Lkw-Fahrer und kennt die Zwänge, denen die Brummifahrer ausgesetzt sind. „Die Leute wissen nicht, dass Speditionen bei Aufträgen immer nur die kürzeste Strecke bezahlt kommen. Die führt dann eben auch mal auf der langen ‚kurzen‘ Geraden über die L 15“, sagt er.

Seine Kollegen müssten einerseits Lenk- und Ruhezeiten sowie Schichtvorgaben einhalten. Andererseits dürfen sie aber auch nicht zu spät ans Ziel kommen. Da müssen Truckerfahrer genau überlegen, wo sie entlangrollen, um allem und allen gerecht zu werden. Damit nicht genug: Die Leute hingegen vergessen, dass frische Produkte, die schon morgens in den Läden liegen, auch irgendwo herkommen müssen. "Wir Lkw-Fahrer sind dafür halt auch nachts unterwegs."

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