Bürgerprotest:

Mit bitterer Ironie gegen Lkw-Lärm

Schon zum dritten Mal blockierten aufgebrachte Bürger in einer nächtlichen Aktion Laster auf der Landesstraße 15. Diesmal gingen die Boitzenburger für mehr Nachtschlaf auf die Straße.

Dieses Mal brachten die Demonstranten ein Kinderbettchen mit bitter-witzigem Protest mit.
Gerald Narr Dieses Mal brachten die Demonstranten ein Kinderbettchen mit bitter-witzigem Protest mit.

Einen unfreiwilligen Stopp mussten Lasterfahrer Sonntagnacht im uckermärkischen Boitzenburg einlegen. Auf der Landesstraße 15 protestierten ab 22.30 Uhr Einwohner eine Stunde lang gegen Lkw-Kolonnen, die sie nachts nicht schlafen lassen. Bürger aus Berkholz, Gollmitz, Hardenbeck und Lychen, die als Anliegerkommunen an der L 15 ebenfalls betroffen sind, solidarisierten sich mit den Boitzenburgern. Die Demonstranten formulierten auf Schildern Forderungen wie: „Wenn schon Maut, dann für Lkw – auch auf Landstraßen“ oder „Warum hilft uns die Politik nicht?“ Ein Kinderbettchen, darin eine Baby-Puppe mit übergestülptem Ohrschutz, und der Frage: „PAPA, warum kann ich nicht schlafen?“ war indes eher Ausdruck bitterer Ironie. Es ist bereits die dritte nächtliche Protestaktion dieser Art, zwei fanden bereits in Lychen statt.

Behörden und Politik reagieren nicht

Der Protest traf zwar die Lkw-Fahrer, richtet sich allerdings eher gegen die Spediteure, die ihre Fahrzeuge über Landstraßen schicken, um 60 bis 70 Euro Maut zu sparen, sowie gegen eine fehlentwickelte Verkehrspolitik, betonten Organisatoren. Doch mittlerweile kristallisiert sich ein weiterer Kritikpunkt heraus, der in einer unverständlich langen Reaktionszeit der zuständigen Behörden und Politiker besteht. „Wir wollen den Landrat sehen“, war deshalb eine der Forderungen, damit sich dieser vor Ort ein Bild von der Situation macht.

Mit Henryk Wichmann, CDU-Landtagsabgeordneter, der auch schon in Lychen mit dabei war, und Stefan Zierke, SPD-Bundestagsabgeordneter, hatten sich zumindest zwei Politiker mit ins Gespräch gemischt und nach kurzfristigen Lösungsvorschlägen gesucht. Wichmann will eine Tonnage-Begrenzung im Landkreis vorschlagen und hofft unterstützend auf Demonstranten bei Tagungsbeginn. Zierke will mit dem Landrat telefonieren.

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