Alkohol-Missbrauch:

Mit "Bunt statt Blau" gegen das Komasaufen

Komasaufen – seit Jahren wird dieser Trend in der Gesellschaft mit Sorge registriert. Doch jetzt gibt es erstmals eine gute Nachricht: Die Zahl der sturzbetrunkenen Mädchen und Jungen in der Uckermark sinkt. Aber ein Grund zur Entwarnung ist das nicht.

Komasaufen ist ein gesellschaftliches Problem.
Markus W. Lambrecht Komasaufen ist ein gesellschaftliches Problem.

2012 wurden in einer aktuellen Studie der DAK-Krankenkasse in der Uckermark 22 Jugendliche registriert, die mit Alkoholrausch in die Klinik eingeliefert werden mussten. „Das Rauschtrinken bei Schülern bleibt ein Problem, auch wenn in der Uckermark die Zahl jugendlicher Säufer damit etwas zurückgegangen ist“, sagt DAK-Chefin Christiane Thies.  Laut aktueller Landesstatistik nahm die Zahl der Betroffenen  im Vergleich zu 2011 um 29 Prozent ab. In der Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen mussten  sogar nur noch zwei Kinder in einer Klinik behandelt werden. Aber auch das sind zwei zu viel.

„Denn Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist ein Alarmzeichen“, sagt  Thies im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

„In den vergangenen zehn Jahren hatten die alkoholbedingten Klinik-Einlieferungen in unserer Region um 175 Prozent zugenommen“, sagt Thies besorgt. Auch landesweit gab es in diesem Zeitraum einen deutlichen Anstieg. In der Altersgruppe von 15 bis 20 Jahren landeten 2012 immerhin 320 Jugendliche im Krankenhaus. Die Zahl der betroffenen Jungen war mit 212 Fällen höher als bei den Mädchen mit 108 Behandlungen.

Um ein Zeichen gegen das Rauschtrinken zu setzen, startet die DAK deshalb jetzt zum 5. Mal ihre Präventionskampagne „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“.

Bundesweit werden mehr als 11 000 Schulen zur Teilnahme eingeladen.„Wenn Jugendliche im Kampf gegen Alkoholmissbrauch selbst Farbe bekennen, ist das besonders glaubwürdig“, so Christiane Thies. „Wir hoffen, dass auch unsere Schulen das Thema auf den Stundenplan setzen.“