Wohnungsmarkt in Templin:

Modernisierte Heizung wirkt als Kostenbremse

Von Nachhaltigkeit und dauerhaft bezahlbaren Mieten wird vielerorts geredet. Die Templiner Wohnungsbaugenossenschaft will ihren Mietern aber genau das ermöglichen. Aber wie wollen sie das schaffen?

Anke Junker-Füchsel, Vorstand in der Wohnungsbaugenossenschaft Uckermark Templin
Sigrid Werner Anke Junker-Füchsel, Vorstand in der Wohnungsbaugenossenschaft Uckermark Templin

Da stellt die Wohnungsbaugenossenschaft Uckermark (WBG) Wohnungen in Templin bereit für Jugendliche, die in der Kurstadt eine Ausbildung beginnen dürfen. Und dann passiert das: Von mehr als einem Dutzend Azubis übersteht ein großer Teil nicht die Probezeit. Die anderen müssen oder wollen gehen. Wohnungen müssen wieder gekündigt, Kündigungsfristen eingehalten werden.

Anke Junker-Füchsel, Vorstand in der Wohnungsbaugenossenschaft Uckermark Templin e.G., schüttelt verständnislos den Kopf. Von Nachhaltigkeit wird überall geredet. Doch wie sehe die Wirklichkeit aus? Niedriglöhne, Gerangel um den Mindestlohn, immer wieder nur befristete Verträge für junge Leute, die eigentlich Familien gründen wollen, Kinder als Armutsrisiko – all das hat Auswirkungen bis hin zur Genossenschaft. Vor ihren Mitgliedern erläuterte Anke Junker-Füchsel wie die WBG versuche, gegenzusteuern und nachhaltig für bezahlbare Mieten und lebenswertes Wohnumfeld zu sorgen.

Betriebskosten liegen unter dem Durchschnitt

Die Templiner WBG wolle mit Beständigkeit und Sicherheit punkten. Die Umstellung auf moderne Heizungssysteme zum Beispiel habe sich auf die Betriebskosten positiv ausgewirkt und sich als Kostenbremse erwiesen. "Wir liegen 2012 bei 0,91 Euro/Quadratmeter im Bereich der kalten Betriebskosten und bei 0,79 Euro/Quadratmeter bei den warmen Betriebskosten unter dem Durchschnitt vergleichbarer Wohnungsunternehmen. Der Durchschnitt lag dort 2011 bei 1,03 €/m² (warm) und 0,99 €/m² (kalt)“, konnte der WBG-Vorstand vermelden. Langfristig müsse sich aber auch die WBG steigenden Rohstoffpreisen stellen. Angesichts solcher Entwicklungen halten die Genossenschafter erst recht das Geld beisammen, wollen sich auch für 2012 keine Dividende zahlen. Sie investieren Überschüsse lieber wieder in die Wohnhäuser, bauen neue Türen (Straße der Jugend) oder, auf Wunsch von Mitgliedern, Balkone ein.