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„Möwe“ immer fit gehalten

„Sie sticht in See, die Möwe“, heißt in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1992. Gefunden in der Chronik der Lychener Reederei Knaack & Kreyß. ...

Ab 1. Mai schippert die „Möwe“ wieder fahrplanmäßig mit Michael Kreyß und Heinz-Peter Knaack (von rechts) über die heimischen Gewässer.

„Sie sticht in See, die Möwe“, heißt in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1992. Gefunden in der Chronik der Lychener Reederei Knaack & Kreyß. Seit 1993 gehen Heinz-Peter Knaack und Michael Kreyß als selbstständige Schiffsführer an Bord. Eine Zeit, in der sie nach eigenen Angaben durch dick und dünn gegangen sind, so manche Hürde überwunden und so manches Seemannslatein gesponnen haben.
„1992 waren wir beide noch bei der Stadt Lychen als Besatzung der ,Möwe‘ an-
gestellt“, erzählen die Reeder. Später hätten ihnen die Stadtväter das Fahrgast-
schiff zur Bewirtschaftung in eigener Regie angeboten. Von 1993 bis 1995 zur Pacht, seit 1995 sind der Hochseefischer Heinz-Peter Knaack und der Binnenschiffer Michael Kreyß Eigentümer der „Möwe“. Sie sind stolz darauf, dass sie in rauhen Fahrwassern der Zeit mit all Höhen und Tiefen so lange durchgehalten haben. „Da ging schon mal etwas kaputt“, erinnert sich Heinz-Peter Knaack. So habe sie das alte Motorgetriebe oft geärgert. Sie hätten manchmal nachts mit Ersatzteilen aus der Werft reparieren müssen, um am nächsten Tag mit Gästen an Bord wieder ablegen zu können. „Wir haben uns gefreut, dass es jedes Jahr irgendwie weiter ging“, ist das Fazit der Schiffsleute.

Über den Winter hat sich einiges auf dem Schiff verändert. Im Unterdeck stehen 80neue rote Stühle und zehn lange Holztische. Dort sitzen die Schiffsleute und blättern in ihrer Chronik. „Darum kümmert sich meine Mutter Doris“, verrät Michael Kreyß.Sechs Ordner mit Fotos und Zeitungsartikeln.Da lohne es sich, in der Vergangenheit zu stöbern. Einige Paare haben sich auf dem Schiff trauen lassen. Als prominentester Gast hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der „Möwe“ einen ganz privaten Familiengeburtstag gefeiert.

20 Jahre sind aber auch Investitionen, um die „Möwe“ immer zum Wohl der Gäste, aber auch zu ihrem eigenen topfit zu halten. 1997 sei die Kombüse umgebaut worden. Seitdem hat dort Mitarbeiterin Gabriele Lange das Sagen und bewirtet die Gäste. Ein Bugstrahlruder garantiert besseres Manövrieren. Ein neuer Schiffsdiesel verrichtet seine Arbeit immer noch sehr umweltfreundlich.

Die größte Herausforderung für die Binnenschiffer sei jedoch der immer wiederkehrende Kontakt zu den verschiedensten Menschen. „Der schönste Lohn für unsere Arbeit ist es, wenn die Leute mit guter Laune und glücklich von Bord gehen und wiederkommen“, sind sich die Schiffsführer einig. Zu den Angeboten gehören ab 1. Mai wie gewohnt die Woblitz-, die Havel- und die Fünf-Seen-Rundfahrt.
Telefon: 039888 3893
oder 0171 4312033